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Im falschen Flieger

Als Kind durfte ich hin- und wieder mal mit meinen Großeltern verreisen, dann immer schön zum Badeurlaub nach Ungarn oder – eben nach Bulgarien. So auch damals. Wir sitzen am Gate und warten auf den Aufruf unseres Fliegers nach Varna. Der Flug wird aufgerufen und wir passieren die Ticketkontrolle und besteigen den Bus zum Flieger und das Flugzeug. Im Flieger stellen wir fest, dass Russen unsere Plätze belegen. Wir ganz locker geblieben und die Flugbegleiterin geholt, welche sich die Tickets hat zeigen lassen. Und siehe da, die Plätze waren scheinbar doppelt vergeben, wir hatten alle die richtigen Plätze. Also holte die Stewardess ihre Kollegin ran und die Überlegten, was da schief gelaufen sein könnte, wollten uns schon umsetzen, als einer auffiel dass mit unseren Tickets was nicht stimmte. Falsche Flugnummer – bzw. falscher Flieger!!

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JETZT ABER URLAUB!

(20.08.-27.08.2000) Wie schon erwähnt haben wir diesmal keinen Schlafwagen, sondern mÜssen am GrenzÜbergang „Ruse“ irgendwie die Zeit von 3:15 bis 6:00 Uhr ÜberbrÜcken. Während wir noch in die Bahnhofshalle hinab gehen, beraten wir, um was fÜr einen Baustil es sich handeln könnte. Man einigt sich auf Neo-Klassizismus. Leider haben wir von diesem beeindruckenden Bauwerk keine Fotos, da es auch im Balkan um diese Zeit zu dunkel zum Fotografieren ist. In die Stadt gehen wir dann nach einem Blick aus dem Bahnhof doch lieber nicht.

Während wir am Bahnsteig auf einer Bank „dösen“, fährt auf dem Bahnsteig gegenÜber unser „Hin-Zug“ nach Bukarest ein, der peinlich genau gefilzt wird. Als wir dann unseren Zug in die entgegengesetzte Richtung besteigen, werden wir noch zweimal durch den ganzen Zug geschickt, weil einige Waggons später abgekoppelt werden sollen (Stress!).

In Varna ist es richtig heiß. Wir mÜssen aber erst noch ein Hotel finden, bevor es an den Strand gehen kann. Nach einem Preis-Leistungs-Vergleich mehrerer Hotels, die irgendwie auf die halbe Stadt verteilt sind, entschließen wir uns fÜr das Hotel „Odessa“. In unmittelbarer nähe zum Strand, dazwischen der Park mit einem allabendlichen Festival live spielender Bands (Yeah!), ein Kino gegenÜber und den Boulevard vor der HaustÜr, auf dem sich abends die Massen drängen. FrÜhstÜck wird auch serviert – was will man mehr? TagsÜber faul am Strand liegen und abends durch die Stadt. Das hatten wir uns verdient…

Irgendwie habe ich während dieses Urlaubs doch 5 Kilo verloren. Wenn sie jemand findet:

Postkommunismus & McDonald’s

An diesem Morgen brauchen wir wieder zwei Stunden, bis wir abmarschbereit sind. Wenn ich mich recht erinnere, sind wir nie vor 10:00 Uhr aufgebrochen.

Auf dem RÜckweg zum Bahnhof Zarnesti und anschließend im Zug hängt Thomas ganz schön durch. Auf dem Bahnhof machen wir noch ein paar bettelnde Kinder mit SÜßigkeiten und einem Ein-Mark-Schein (wohl ein Monatsgehalt dort) glÜcklich. Schon wieder eine gute Tat… – in den Bergen verliert man irgendwie den Bedarf an Materiellem.

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Um 12:00 Uhr fährt endlich unser Zug nach Brasov ab. Hier kann man noch fÜr 1,- DM eine dreiviertel Stunde Zug fahren. Wichtig ist dabei, sich auf die Schattenseite des Zuges zu setzen… Trotzdem wird alles auf gemacht, was auf zu machen geht (inklusive TÜren).

In Brasov haben wir zwei Stunden Aufenthalt und verlassen den Bahnhof kurz, um uns Weintrauben zu besorgen. Die Suche nach einer Post geben wir schnell wieder auf. Der Drang in die schattige Bahnhofshalle zurÜckzukehren ist stärker. Kann auch daran gelegen haben, dass der Gestank aus den MÜllcontainern, die am Rande des Marktplatzes in der Sonne schmorten zu widerwärtig war. Überhaupt sehen die Straßen und Häuser hier nicht sehr einladend aus: alles heruntergekommen und dreckig. WÜrde man in Deutschland keinem Sozialhilfe-Empfänger zumuten…

In Bukarest sieht es wenigstens rund um den Bahnhof nicht ganz so schlimm aus. Wobei – wenn man weiter in die Stadt läuft (was wir aber um 21:00 Uhr nicht noch einmal vorhatten) bekommt man den Eindruck, in manchen Straßen mehr streuende Hunde, als Menschen zu sehen. Wie die Fußwege aussehen kann man sich denken.
Hin und wieder hebt man den Kopf und wirft einen Blick in eine der Seitenstraßen im Zentrum, die man Überqueren will. Aber Autos kommen selten aus ihnen. Vielmehr stehen in diesen löchrigen, zumeist Pflasterstraßen geplÜnderte Wracks herum. Nein – brennende Autoreifen und Steine werfende Jugendliche haben wir nicht gesehen. Auch keine nackten Straßenkinder.

Die wenigen Bettelnden, die sich noch vor den Bahnhof trauen, werden nie aufdringlich. Anders dagegen unsere „Devisen-Freunde“. Die verfolgen uns förmlich. Mit unseren riesigen Rucksäcken sind wir auch im BahnhofsgewÜhl ein gutes Ziel.

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Gegen „Wegelagerei“ im Nordbahnhof versucht man vorzugehen, indem man sich am Eingang die Fahrkarten zeigen läßt. Wer keine hat, muss sich eine Eintrittskarte fÜr umgerechnet 0,20 DM kaufen (kann aber keinen Devisenhändler vertreiben). Außerdem wimmelt es da nur so vor Polizei. Broker in Rumänien zu sein, ist stressiger, als an der Wall Street.

Da wir noch drei Stunden Zeit haben, bis unser Zug nach Varna geht, testen wir mal McDonalds. Es ist eigentlich kein Unterschied zum Heimischen festzustellen – außer: in den Toiletten gibt es nur Waschbecken. Bleibt uns also nichts anderes Übrig, als die Bahnhofstoilette aufzusuchen. Nachdem wir gelöhnt haben, geht es eine Treppe hinab und Sauna-Atmosphäre macht sich breit. Was die Luftfeuchtigkeit und Themperatur betrifft – nicht die Sauberkeit.
Links ein Gang, rechts ein Gang – keine Beschilderung. Wir entscheiden uns fÜr den rechten. Ich mach es kurz: ToilettentÜren, die sich nicht abschließen lassen, ein Loch im Boden mit zwei Steinen zum Draufstellen – und der Geruch… Dazu tropft es in meiner Nachbarkabine noch von der Decke – hab ich mir sagen lassen…

Nach dem dritten Nachfragen und zwei Stunden Aufenthalt eröffnet uns die Dame am Schalter, dass es doch keinen Zug nach Varna mehr gibt, der durchfährt. Wir mÜßten wohl ca. drei Stunden Aufenthalt ab 3:00 Uhr frÜh einplanen. Auf den Frust nehmen wir noch einmal ein McDonald’s-MenÜ zu uns. Unser Zug fährt um 0:00 Uhr los.