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Blythe -> Williams: Grand Canyon

Blythe, Motel 6. Um 00:30 Uhr wache ich das erste Mal auf, dann etwa im 2h-Rhythmus immer wieder. Direkt neben dem Motel ist eine Baustelle, die in den frühen Morgenstunden schon von LKWs angefahren wird. Wir haben das Gefühl, die stehen direkt neben unserem Bett, so dünn sind die „Wände“.

Nach dem Kaffeetrinken (es gibt kostenlosen Kaffee im Motel und ein Breakfast-Menü bei BK) fahren wir etwas unausgeschlafen nach Williams/AZ. Das Tagesziel ist allerdings der Grand Canyon, etwa 45 Fahrminuten entfernt.

Unterwegs machen wir halt in Needles, um einzukaufen. Dort hält uns an der Kasse noch eine „Roller-Oma“ auf, die in ihrem fahrbaren Untersatz vergeblich ihre PIN sucht, bis die Kreditkarte letztenendes gesperrt ist und sie ohne Einkauf heimfährt, um eine andere zu holen. Amerika live.

Zwischendurch fahren wir noch einen Truckstop an der Route 66 an, gegenüber ein „Gentlemans Club“ nebst ausgebrannter Stretch-Limo. Kurz vor Williams sehen wir zum ersten Mal Schnee am Straßenrand, was wir staunend zur Kenntnis nehmen. Als wir gegen 15:00 Uhr in Williams ankommen, ist es recht frisch. Gut, dass ich meine Winterjacke dabei habe.

Nicht lang gewartet, sondern gleich zum „GC“ (damit meine ich nicht den vorhin erwähnten „Gentlemans Club“ *hrrrr*) weitergefahren. Dort angekommen (17:15 Uhr) geht es zum Visitor Center, das allerdings schon zu ist. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang (19:00 Uhr) und geben uns das grandiose Spektakel. Danach wird es allerdings bitter kalt, was manche Touristen nicht davon abhält, mit kurzen Hosen und Badelatschen rumzulaufen. Ich habe meine Fotos gemacht und bin zufrieden (zumal ich 2001 schon da war).

Unser Motel6 in Williams hat ein geräumiges Zimmer mit 2 großen Betten (Queen Size), das Zimmer ist wirklich okay, aber der Flur recht laut.

DER BERG RUFT…

An diesem (ersten richtigen) Karpatentag brechen wir erst 10:00 Uhr auf. Es folgt der schwere Aufstieg zum „Ascutit“ (2100m). Zunächst jedoch Überqueren wir die Wiese unserer nächtlichen Ruhestätte und erreichen nach 30 Minuten die im Wald gelegene „Cabana Cumatura“. Dort fÜllen wir unsere Wasserflaschen mit insgesamt 8 Litern Wasser – zu wenig, wie sich hinterher herausstellen sollte.

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Der Weg durch den Wald setzt sich gemäßigt fort, bis wir eine Lichtung erreichen, an der unser Weg auf Felsgeröll einen Hang hinauf geht – bis dahin die steilste Stelle. Die 20 Kilo auf dem RÜcken machen sich auch bemerkbar…
Oben angekommen geht es noch einmal „hochprozentig“ durch den Wald und uns kommt eine Schafherde samt Schäfer und Hunden entgegen.

Als wir auf eine Lichtung treten, treffen uns die ersten Regentropfen und wir suchen unter einem der letzten Bäume vor der Baumgrenze Schutz. Von dort aus können wir beobachten, wie die Kilometer entfernte Wolkenfront im Tal „abregnet“ und Blitze einschlagen.

Nach einer Weile setzen wir den Weg im trockenen fort. Von nun an mÜssen wir Über grasbewachsene Felsen im Zick-Zack, eine Art Trampelpfad mit Serpentinen. Daß das Gestein durch den Regen rutschig ist, macht die Sache nicht einfacher.
Eine halbe Stunde vor Erreichen des Gipfels des „Ascutit“ machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Stahlseil, das an einer besonders steilen Stelle als Aufstiegshilfe dient. Von oben kommt eine deutsche Familie herab und wir fragen, ob es oben Wasser gäbe. Logischer Weise – nein. Bei diesen Kalkfelsen, in dieser Höhe!

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Oben angekommen machen wir eine kurze Pause und visieren das nächste Ziel an: den „La Om“ – ca. zwei Kilometer Luftlinie den Kamm entlang.

Das stellt sich aber als schwieriger heraus, als gedacht. Es gilt eine Unmenge an mittleren Felsen auf- und abzusteigen, wobei Thomas bei den Abstiegen Probleme im rechten Knie feststellt.

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Insgesamt geht wir fÜr dieses „kurze“ StÜck der Rest des Tages drauf.

In ungefähr 500 Meter Entfernung vom „La Om“ kapitulieren wir vor dem x-ten Felsen, aber auch, weil es hier in einer Senke seit langem wieder eine halbwegs ebene und von der Größe geeignete Stelle fÜr unser Dreimannzelt gibt. Während Paul und ich das Zelt aufbauen, steigt Thomas ein StÜck talwärts, um mit dem Beil KnÜppelholz fÜrs Lagerfeuer zu schlagen, welches Paul anschließend am Seil hochzieht.

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Position: Monte Zbirii, Wasservorrat: 1/2 Liter (unterwegs gefunden), Naechste Quelle: ???

Nach einem faszinierenden Sonnenuntergang versammeln wir uns ums Lagerfeuer und gönnen uns Kekse und Zwieback – jedoch ohne Wasser, das bedenklich knapp ist. Der Blick ins Tal aus 2100 Metern Höhe entschädigt dafÜr, daß das Essen nicht ganz so „rutscht“. Als wir in die Schlafsäcke kriechen, bemerken wir, daß der Boden doch nicht so eben ist.