Tags Archiv für 'Hardangervidda'

Tag 3: Harteigen +1h – Torehytten – Stavali – Kinsarvik

  • 08:00 Uhr losmarschiert, nach 30min an der Torehytten, gleich weitergelaufen
  • gegen 15:30 Uhr in Stavali angekommen, unterwegs war das Wetter bereits deutlich schlechter geworden, teilweise windig, mitunter fing es leicht an zu tröpfeln, an der Hütte wurde es bereits ungemütlich, deshalb setzten wir uns erst einmal hinein und aßen zu Mittag (mitgebrachtes Brot und Wurst) – wir sind scheinbar allein dort
  • nach einer halben Stunde geht es weiter Richtung Kinsravik, von woaus entweder Paul, Uwe oder ich mit dem Bus nach Haukeliseter fahren müssen, um das dort abgestellte Auto abzuholen und die anderen Drei wieder einzuladen und nach Skudeneshavn zu fahren
  • als das Wetter zunehmend schlechter wird, es konstant zu nieseln beginnt und Thomas beim Abstieg (von 1000m auf 0m) Probleme mit den Knien feststellt, beschließen wir, sobald wir wieder Netz haben, die anderen anzurufen und sie zu bitten, uns abzuholen, damit wir nicht noch eine Nacht im Nassen verbringen müssen, die andere Gruppe ist gerade auf dem Weg von Bergen zurück nach Skudeneshavn und zwar nicht begeistert, aber erklärt sich bereit, einen von uns abzuholen und nach Haukeliseter zum anderen Auto zu fahren
  • bis zum Treffpunkt in Kinsarvik bleiben uns noch 3 Stunden für den Abstieg – 1000 Höhenmeter bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit und ständig einsetzendem Nieselregen, immer entlang des Wasserfalls, zunächst von einem Felsplateau 300 Höhenmeter hinab, dann einen Waldweg entlang durch den Wald
  • oben trennen sich Uwe und ich von Thomas und Paul, die es etwas langsamer angehen lassen wollen, wohingegen wir uns mit der anderen Gruppe unten im Tal treffen wollen
  • die Felsen sind glatt, nass und rutschig – hätte mich einige Male fast hingelegt, der „Weg“ durch den Wald, an den Wasserfällen entlang ist ebenso unangenehm, wo es geht, weicht man besser auf Waldboden aus, auf dem Moos und Wurzeln noch etwas Halt geben
  • Nach einer kleinen Ewigkeit kommen wir schließlich am Wasserkraftwerk von Kinsarvik an, von wo ein Schotterweg ins Tal hinabführt… der einfach nicht enden will… und letztendlich in eine Asphaltstrasse übergeht, von dort sind es aber noch einmal locker 45 min bis ins „Zentrum“ von Kinsarvik , wo wir uns an der Hauptstrasse im inzwischen stärker werdenden Regen aufbauen
  • Gegen 22:00 Uhr kommt die andere Gruppe an und nimmt mich, Uwe bleibt mit meinem Poncho im Regen zurück
  • Ankunft in Haukeliseter gegen 0:00 Uhr, fahre mit dem Golf zurück, um die anderen einzuladen, sitzen total erfroren und durchnässt an der Hauptstrasse auf einer Holzbank und warten seit vier Stunden
  • Bleibe gleich am Steuer und fahre wieder nach Skudeneshavn zurück, voll das fiese Wetter, wechselnd regnerisch, dunkele, nasse, unbeleuchtete Gebirgsstrassen, Fernlicht an, System Of A Down eingeworfen, immer mal Gesichtsgymnastik gemacht, um nach 13 Stunden wandern und 3,5 Stunden Autofahrt bei weiteren 3 Stunden Auto bis 05:00 Uhr nicht einzuschlafen
  • Nach 180km von Kinsarvik zu unserem Haus kommen wir gegen 05:00 Uhr total übermüdet, nach Wildnis riechend und mit etwas klammen Klamotten an, schnell unter die Dusche gehumpelt, ins Bett gekrochen und Schlaf nachgeholt
  • Tag 2: Hellevassbu +1h – Litlos – Harteigen +1h

  • Paul lässt sich nicht überreden und schläft im Vorzelt, zu diesem Zeitpunkt muss die Temperatur schon bei etwa 0° Celsius liegen, am nächsten Morgen ist der kleine Gebirgssee vor unserem Rastplatz zur Hälfte zugefroren, Zähneputzen wird zur Mutprobe, schnell den Raureif vom Zelt geschüttelt und die Sachen gepackt und weitergelaufen
  • Nach 1h Stunde Marsch (ca. 09:00 Uhr) nutzen wir die inzwischen schon wärmenden Sonnenstrahlen und machen Frühstück
  • Nach ca. 4 Stunden sind wir an der bewirtschafteten Hütte Litlos angekommen und kaufen Brot, Schokolade und ich nutze das „preiswerte“ Satellitentelefon (25 NOK pro Minute nach Deutschland – ca. 3 EUR), um meiner Mutter zum Geburtstag zu gratulieren, nach dem Mittag laufen wir weiter – wir haben uns eines der Wahrzeichen der Hardangervidda zum Ziel gesetzt: den Harteigen, einen schwarzen Fels (1690m üNN) mitten in der recht flachen Landschaft, dessen Besteigung etwa 30min in Anspruch nehmen soll (lt. der netten Hüttenbewirtschafterin: „not really scary“, auf die Frage nach dem Wetter (am zweiten Tag war es genauso sonnig, wie am ersten, aber fast windstill) meinte sie: „Tomorow it will be okay, but on Monday **not so good**“ – woraufhin bei uns sämtliche Alarmglocken schrillten und wir beschlossen, unser Pensum so zu erhöhen, dass wir den Montag eventuell nicht mehr in Anspruch nehmen müsssen
  • Also bestiegen wir noch rasch den Harteigen (30min Aufstieg, 30min Abstieg über eine art Geröllhalde), genossen den grandiosen Blick über die Vidda und 3 Gletscher (ein Paar, das wir kurz vorher noch getroffen hatten, meinte, man könnte 1/5 von Norwegen von dort oben sehen) und setzten unten wieder angekommen den Marsch in Richtung „Torehytten“ fort
  • müssen allerdings 30 Minuten vor der Ankunft aufgrund der Dunkelheit kapitulieren und zelten so am zweiten Tag mit Blick auf den Harteigen: es gibt Epa und Tee, diesmal scheint es nicht so kalt zu sein, wie am Abend davor, Paul schläft wieder im Vorzelt
  • Tag 1: Skudeneshavn – Haukeliseter – Hellevassbu +1h

  • erst am Freitag gestartet, weil Thomas’ Stiefel in Haugesund repariert werden mussten (bis Do.)
  • Aufbruch um 7:00 Uhr
  • Ankunft in Haukeliseter um 11:30 Uhr, unfreiwilliger Zwischenstop vor dem Midtlaeger-Tunnel, der gesperrt ist, Umleitung mit Eskorte alle 30min.
  • Vor Abmarsch treffen wir einen Deutschen, der von Nord nach Süd gelaufen war und 6 Tage (!) gebraucht hatte, wobei die letzten zwei Tage wettertechnisch übel gewesen sein sollen: Wind, der den Regen durch die Kleidung drückt, Zelt aufbauen unmöglich, sie mussten sich vor dem Rucksack im Kreis aufstellen, wenn sie etwas rausholen wollten
  • Zunächst von Haukeliseter (so was wie eine kleine „Holzfestung“) über die Strasse und gleich steil den Berg hoch, teilweise schon recht matschiger Untergrund durch Rinnsale
  • Oben angekommen bietet sich einem ein Blick, der sich in den nächsten Tagen kaum ändern wird: Ein schmaler Wanderweg, überzogen von Pfützen, Steinen unterschiedlicher Größe – und abseits: endlose Bergzüge, teilweise noch schneebedeckt, Täler mit klaren Gebirgsseen, dazwischen immer wieder Felsblöcke, die in die Landschaft ragen
  • Wetter ist am ersten Tag recht sonnig, aber mäßig windig, teilweise zeiht es schon ein wenig, aber gutes Laufwetter
  • Bis zur nächsten Hütte (Hellevassbu) gilt es insgesamt 4 Brücken zu überqueren, die man aber nur an den etwas größeren Abläufen von Gebirgsseen findet und die nicht immer den stabilsten Eindruck hinterlassen, bei den meisten Bachüberquerungen springt man dagegen von Stein zu Stein
  • Ausgewiesen war die Tour von Süd nach Nord in unserem Reiseführer mit Hüttenübernachtung mit insgesamt 6 Tagen, wir hatten uns vorgenommen, es mit Zelt (Vorteil der mehr oder weniger freien Übernachtungswahl) auf 3-4 Tage zu reduzieren, dementsprechend mussten wir auch ein wesentlich größeres Laufpensum absolvieren (min. 10h am Tag)
  • Am Freitag kommen wir (bedingt durch den späten Aufbruch (12:00 Uhr) nur 8 Stunden weit und campen 1h von der ersten Hüttensiedlung entfernt auf einem Berg in luftiger Höhe (ca. 1400m üNN), wo es gegen 20:00 Uhr nach Sonnenuntergang schon recht frostig ist, wir bauen zunächst schnell das Zelt auf (dort oben findet man auch nicht überall eine Stelle für ein Dreimannzelt) und Paul wirft den Kocher an, es gibt Fertiggerichte aus dem Plus: Cevapcici und heißen Tee