DIE ANFAHRT: TEIL 2

Gegen 2:00 Uhr werden wir durch ein Pochen an der TÜr aus dem Schlaf gerissen. Wir sind am GrenzÜbergang Ruse und ein bulgarischer Grenzer drÜckt uns Stempel in den Reisepaß, nachdem er unsere Personalien per Funk weitergeleitet hat. Insgesamt mÜssen wir ungefähr 4 Stunden an der Grenze verbracht haben. Auf rumänischer Seite hält der Zug in einem heruntergekommenen Bahnhof und die hiesigen Grenzbeamten betreten den Zug. An unserem Abteil angekommen, stellt einer freudig fest, daß wir ein Visum brauchen.

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Die Quittung des teuren VergnÜgens: Einreise Rumänien…

Er kann erstaunlicherweise Englisch und teilt uns mit, daß dieses $33 koste. Auf unsere Frage ob fÜr alle folgt ein breites Grinsen und die Antwort: „No, for each!“ – und zahlbar in Landeswährung, die man ja bekanntlich nicht einfÜhren darf, oder in Dollar. Also mÜssen wir tauschen. Aber wo? Er bewundert noch schnell unsere Kampfstiefel („Luftwaffe? Gut!“) und fÜhrt mich dann zum Zugfenster und meint, ich solle Über die Gleise, an den Hunden vorbei, zum Zollgebäude, dann die dunkle Gasse entlang, bis zu dem eingefallenen Neubau und da mÜsse dann irgendwo ein Hotel sein, das um 4:30 Uhr in der Nacht DM in Lei wechselt.
So weit kommt es allerdings nicht, denn als ich das Zollgebäude erreicht habe, kommt mir eine Frau mit Taschenrechner entgegen, die ein paar Worte aus der Ferne mit dem Zollbeamten wechselt und mir dann fÜr 3 lausige Stempel 213,- DM abnimmt (12,- DM Kommission!!).ZurÜck im Zug nimmt mir der Grenzer unsere wertvollen Pässe gleich wieder ab, um sie uns nach endlosen 30 Minuten wiederzubringen. Wir sind also in Rumänien und ein Drittel unserer liquiden Bestände ist bereits verbraucht.

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Die kostenlosen bulgarischen Stempel

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… und die teueren rumänischen

Als unser Zug gegen 8.30 Uhr in Bukarest eintrifft, haben wir zwei Stunden Verspätung, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, da wir immer noch drei Stunden Aufenthalt haben. Diese Zeit nutzen wir zu einem Rundgang durch die Straßen von „Bucuresti“, bevor wir uns im Park vor dem Bahnhof auf einer Bank niederlassen. Nach einer Weile nähern sich uns drei Zigeunerfrauen, die uns unbedingt einen Ring verkaufen wollen. Als sie nach fÜnf Minuten fast gescheitert sind, bemerkt Paul, daß sich eine von ihnen an meiner Rucksackaußentasche zu schaffen macht. Wir geben ihnen zu verstehen, daß ich meine Badehose noch bräuchte und jagen sie davon. Sie lassen sich in respektvoller Umgebung nieder und beobachten uns weiter argwöhnisch. Im Expreßzug nach Brasov (Kronstadt) sitzen wir mit einer Familie aus Sibiu (Hermannstadt) in einem Abteil, mit der wir uns drei Stunden angeregt unterhalten und am Ende feststellen, daß wir kaum etwas verstanden, aber unsere Adressen ausgetauscht haben. Mit einem stark wartungsbedÜrftigen Doppelstockzug kommen wir ca. 17:00 Uhr in Zarnesti an und beschließen den dahinterliegenden Berg heute noch zu besteigen. Während unseres Marsches durch das Dorf genehmigen wir uns noch ein Eis und verlassen dann Zarnesti auf einer Schotterstraße, dem Tal entlang, bis zu einem Steinkreuz, hinter dem der Aufstieg durch den Wald beginnt. Nach zwei Stunden anstrengender Steigung durch den Wald, kommen wir auf eine Lichtung (1300 m), auf der wir spontan unser Zelt aufschlagen.

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der erste Karpatenabend…

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…und der darauffolgende Morgen

Ein Feuer ist schnell entfacht und beim Anblick der vom Mond angestrahlten Bergkette, die uns umgibt, schmecken die Bratnudeln gleich doppelt so gut.