Stadion An der Alten Försterei (22.012 Plätze)
Zuschauer: 21.248 (ca. 500? Gästefans)
Ticket: 0* EUR statt 15 (Stehplatz) * Sponsorenticket
Wetter: Sonnig bei – 4°C

Schon zum zweiten Mal verschlug es mich nach Köpenick an die Alte Försterei. Möglich machten es mein Kollege (Unioner im Exil) und meine Hausbank. Nach Anreise über die eingangs winterliche A2 steuerten wir zielgerichtet das Parkhaus im Forum an. Okay, dazwischen lag trotz Navis eine kleine Irrfahrt durch Köpenick. Inklusive: Fahren entgegen der Einbahnstraße, überfahren von Sperrstreifen und vollkommen verschmierte Windschutzschreibe durch eingefrorene Scheibenwischerflüssigkeit. Entertainment also schon vor dem Spiel! Das Parkhaus bietet sich für Externe durchaus an, für zwei EUR kann man den ganzen Tag parken und das Stadion ist fußläufig in 10 Minuten zu erreichen.

Am Stadion mussten wir uns kurz orientieren, mein Kollege beichtete mir, wohl zuletzt zu „Zonenzeiten“ zum Spiel gewesen zu sein, mein erster Besuch datierte aus dem Jahr 2006. Zwei Jahre später waren die Tribünen überdacht worden, später die neue Haupttribüne mit Anbau entstanden. Nach Abholung der kostenlosen Sponsorentickets am Stand vor Ort fanden wir uns zunächst im Sektor 4, Block U wieder. Dieser grenzt direkt an die Gegengerade und war – wie auch der Rest des Stadions – gut gefüllt. Trotz der teils durchwachsenen Leistungen „der Eisernen“ in dieser Saison und der heutigen, frostigen Temperaturen.

Zur Halbzeit wechselten wir zur Gegengerade in die Sonne und sofort wurde auch gefühlt das Spiel besser. Auf letzteres gehe ich nicht groß ein, kann jeder in der einschlägigen Presse nachlesen. Chancen häuften sich (zumeist auf Seiten des Gastgebers) und auch die Tore fielen irgendwann. Support war bei den Hausherren deutlich von der Waldseite zu vernehmen, der Gästeblock war zumindest in HZ 1 aus dem Sektor 4 vernehmbar, auf Höhe der Mittellinie später dann nur noch bei den Ausgleichstoren. Trotz der Entfernung hatte der Jahn einige Auswärtsfahrer mobilisieren können.

Unseren Umzugsaktivitäten zur Pause fiel leider auch der eigentlich obligatorische Bratwursttest zum Opfer. Nur so viel: Im Dönerladen neben dem Union Zeughaus in der Bahnhofsstraße ist der Döner ganz schön scharf und vom Knoblauch hat man auch am nächsten Morgen noch etwas. Durch die Lappen gegangen ist mir auch der Stadionglühwein. Merkwürdigerweise hatten alle bei diesen Temperaturen die gleiche Idee wie ich, so dass die Schlangen entsprechend lang waren und ich, auf der Gegengeraden angekommen, durstig in den Block eilen musste.

Zusammenfassend kann ich positiv vermerken, dass die Alte Försterei trotz des Umbaus noch etwas von ihrem bodenständigen Charme gerettet hat, sicherlich auch bedingt dadurch, dass die Leute, die sie bevölkern, immer noch dieselben sind. Man setzt auf Tradition und Beteiligung der Fans. Gespannt darf man sein, wie Union den geplanten Ausbau auf 37.000 Plätze und die Erstligaambitionen damit vereinbaren kann.

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