Da stand ich also wieder. Am Start der 100 km-Tour. Das Wetter spielte mit, kein Regen in Sicht, etwas kühl, aber grundsätzlich ok. Trotzdem sollte es eine Fahrt ins Ungewisse werden.

Tags davor hatte ich noch 50 km auf die Schnelle runtergespult und keine Probleme mehr im rechten Oberschenkel gespürt. Trotzdem war meine Vorbereitung alles andere, als optimal. Wenn’s hoch kommt, vielleicht 150 km diese Saison mit dem Rennrad gefahren, dem schlechten Wetter und meiner hartnäckigen Verletzung geschuldet. Aber 9:30 Uhr ging’s dann trotzdem los. Kurz nach dem Start (Richtung Salzmünde) gesellte sich plötzlich ein früherer Fussballkumpel zu mir – wenn man so plaudert, fliegt die Landschaft rechts und links noch viel schneller vorbei. Bis Salzmünde ging auch alles problemlos, trotzdem merkte man schon, dass das Tempo ordentlich war.

Bei der ersten Rast in Friedeburg bin ich noch gut dabei, später zwischen Rottelsdorf und Heiligenthal habe ich ernsthaft Probleme und breche kräftetechnisch richtig ein. Mein Kumpel versucht mich noch eine Weile mitzuschleppen, aber in Polleben ist Schluss. Ich lasse ihn ziehen. Aber aufgeben kommt nicht in Frage! 😀

Auf früheren Touren hatte ich eigentlich immer Riegel dabei, blöderweise habe ich bei der ersten Rast auch nichts eingesteckt – ich habe also kurz vor Eisleben nur noch einen Apfel. Jeder Berg wird zur Qual. Aber ich kämpfe mich durch. Der Anstieg nach Eisleben zieht sich aber auch echt mal fies hin. Den größten Teil der Strecke absolviere ich alleinfahrend.

Bei der zweiten, letzten Rast hat das Hauptfeld ganze Arbeit geleistet – keine Riegel mehr über, also würge ich mir zwei Bananen rein und nehme noch Äpfel mit. Bis Teutschenthal läuft es ganz gut, etwa 30er Schnitt. An der B80 stoße ich an der Ampel auf eine 5er-Gruppe, mit der ich bis Salzmünde durchziehe, dort habe ich am letzten vernünftigen Anstieg einen Krampf in der linken Wade und muss absteigen. Trotz Magnesium-Tabletten in den Flaschen. 🙁

Mit einer 4er-Gruppe schleppe ich mich dann durch die Heide, wundere mich, warum der blöde Kleintransporter hinter uns nicht überholt – aber das ist schon der Krankenwagen am Feldende. Völlig geschafft komme ich gegen 13:45 Uhr an der Peißnitz an – 105 km, 25,4er Schnitt. Eigentlich bräuchte ich wohl eine Infusion, aber ich belasse es bei einer Nudelpfanne + Apfelkuchen.

Das nächste Mal bin ich wieder dabei – und dann hoffentlich besser vorbereitet. 😉

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