„Na gut… optimales Fahrradwetter sieht anders aus!“ denke ich noch so, als ich Sonntag morgen aus dem Fenster schaue und der Blick auf das Thermometer 13°C zeigt. Dann also doch langärmlig fahren.

2009-06-21_00022Gegen 9:15 Uhr betrete ich den Platz vor der PeißnitzbÜhne, noch 15 Minuten bis zum Start der Profitour. Letztere hatte ich vor einem Jahr locker gemeistert und freue mich, trotz des trÜben Wetters, auf die Neuauflage.

9:40 Uhr: Der Startschuss fällt, es geht zunächst an der Saale entlang bis zur Burgstraße, dann Richtung Oppin. Bei der Überquerung der ersten Bahnschienen scheppert es hinter mir schon das erste Mal.

Ohne Probleme kommen wir nach etwa 20 km schon am ersten Rastplatz an (Zörbig). Zwischenzeitlich hatte sich ein kleine Gruppe abgesetzt, die etwa 500-800 Meter vor dem Feld fuhr. Nach der Pause wurde daher umgedacht – das Feld wurde geteilt. Ich entschloss mich, bei der schnelleren Gruppe mitzufahren, zu dem Zeitpunkt schätzungsweise etwa 90 der 150 Teilnehmer. Leider hatte ich den Start etwas verpennt und musste nun dem Feld hinterher, das war nicht ganz so einfach, wie gedacht – aber nach etwa 1km hatte ich sie wieder eingeholt. Anschließend fÜhr ich ohne Probleme mit.

Bis etwa 15 km vor Dessau. Dort kam ein Auto entgegen und hielt links am Straßengraben. Einige bremsten aber trotzdem und signalisierten durch Armheben Gefahr. Mein Nebenmann bremste daraufhin – scheinbar Überrascht von den Bremsaktionen vor ihm – und zwar dermaßen heftig, dass sein Vorderrad blockierte und seitlich ausbrach, so dass er Über den Lenker geschleudert wurde, auf sein am Boden liegendes Rad fiel und mit dem Gesicht auf dem Asphalt aufschlug. Kurz Überlegte ich anzuhalten – jedoch sah ich, dass sich schon einige hinter mir um den GestÜrzten kÜmmerten. Also beschleunigte ich wieder, um den Anschluss an das Hauptfeld nicht zu verlieren (die hatten den Vorfall scheinbar nicht bemerkt). Dies stellte sich jedoch als nicht so einfach heraus. Mithilfe einiger anderer Mitstreiter kämpften wir uns, gegenseitig Windschatten spendend, wieder heran. Da merkte man zum ersten Mal, dass vorn ordentlich Tempo gefahren wurde – allein im Wind war das extrem schwierig, mitzuhalten.

Nach der zweiten Rast am Schloss Mosigkau ging es gleich weiter Richtung Weißandt-Gölzau, wo nur 20 km später schon wieder pausiert wurde. So kam man einfach nicht in einen Rhythmus! Kurz vorher war noch jemand auf der Landstraße mit Platten rechts an die Seite gefahren, einige hinter ihm konnten nicht mehr bremsen und rauschten drauf. 🙁

Mein Plan, sich im hinteren Feld zu halten, ging bis dahin auf. So konnte man StÜrze weitgehend vermeiden, wenn man etwas aufpasste. Allerdings musste man höllisch sehen, dass man dranbleibt, wenn vorn das Tempo angezogen wird. Da zeigt sich eine Art Ziehharmonika-Effekt, man muss die LÜcken schnell wieder zufahren, sonst kommt man (wie vorher beschrieben) nicht mehr ran bei Gegenwind. 90 Kilometer klappte das gut, dann – einmal nicht aufgepasst – verlor ich den Anschluss. Von wegen 25 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit! Auf freier Strecke waren wir mit konstant 40 Sachen unterwegs, in den Ortschaften kaum unter 30. Nach etwa 1-2 Kilometer Alleinfahrt musste ich kapitulieren, an das Feld kam ich nicht mehr heran. Hinter mir ging es einigen ähnlich.

Also fuhr ich der Spitzengruppe hinterher, solang ich sie noch sah. Und plötzlich waren sie weg… nun war guter Rat teuer, also Landstraße weiter gerade aus. Dann stand ich plötzlich zusammen mit zwei weiteren Teilnehmern in Köthen! Eigentlich konnte ich mich nicht erinnern, dass es da langgehen sollte. Zu spät, falsch abgebogen! Der nächste Wegweiser zeigt 30 km bis Halle, mein Tacho schon 100 km. Da mussten wir durch.

Gegen 15:00 Uhr war ich dann endlich wieder an der PeißnitzbÜhne und konnte mit den anderen (die hatten die 60er-Tour genommen) wenigsten noch bei Sonnenschein den Klängen von ABBA bei lecker Mohnkuchen lauschen.

Trotz alle der Probleme – es hat wieder richtig Spaß gemacht, wo kann man sich fÜr 2010 anmelden?? 🙂

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Alle Fotos unter: http://www.christianseidel.net/gallery2

2 thoughts on “MZ-Radpartie 2009: Bericht Profitour”

  1. Zuerst mal: ein schöner Bericht dem kaum etwas hinzuzufügen ist.

    Zwei Dinge möchte ich noch anmerken:

    Den ersten Platten den ich mitbekommen habe, der war noch auf der Peißnitz…

    Und zur Fahrweise der schnellen Gruppe:
    Mir ist es eigentlich ganz gut gelungen dran zu bleiben. Irgendwo zwischen Köthen (wir sind den Umweg auch gefahren 😉 ) und dem Petersberg kam die Gruppe auf die Idee eine Pinkelpause einzulegen. Soweit so gut. Aber anstatt auf alle zu warten und geschlossen weiter zu fahren sprang die Spitze wieder auf ihre Räder und ward nicht wieder gesehen… und so hatte auch ich auf den letzten km bis Halle ganz schön zu kämpfen. (Zwischendurch bin ich mit jemandem in weiß gefahren -schöne Grüße- musste aber auch ihn ziehen lassen weil mein Knie mittlerweile heftig schmerzte)

    Ansonsten bleibt mir nur dem gesürzten Kollegen gute Besserung zu wünschen!

    Man sieht sich im nächsten Jahr 😉

  2. Hallo, ich war ebenfalls bei der Profitour mit dabei und bin dann auch zusammen mit den \Windbrechern\ der Radunion ins Ziel gekommen. Alles in allem war es eine gelungene Ausfahrt.

    Damit es im nächsten Jahr dann noch besser wird, hier einige Kritikpunkte. Es waren zu viele Pausen. Bei der eigentlich geplanten Distanz von 104 km wäre die eine Pause in Mosigkau ausreichend. Selbst bei warmen/ heißen Wetter hätte man dort noch mal die Flaschen füllen können und wäre mit 4 Flaschen ausgekommen. Dann zur Ausschilderung; anscheinend war unsere Tour die einzige, die nicht beschildert war. Da die tatsächlich gefahrene Route (Mosigkau, Cösitz, Köthen) teils deutlich von der geplanten Route abwich, hatten die das Nachsehen, die dem Hauptfeld vornweg oder hinterher gefahren sind. Weiß eigentlich jemand, ob der Umweg über Köthen geplant war oder ob man sich vorn verfahren hatte? Die Disziplin im Feld war bis auf wenige Ausnahmen gut. Einige mussten zum Beispiel auf dem Radweg vor Dessau noch überholen. Es passen dort aber eigentlich nur zwei Radler nebeneinander und keiner zwischendurch…! Auch waren viele bestrebt, vorn im Feld mitzufahren. Deutlich wurde dies am Petersberg; am \Anstieg\ von Kaltenmark aus mussten nun doch viele abreißen lassen. Ich fuhr dann vom hinteren Drittel des Feldes bis vor zu unseren \Windbrechern\. Bereits in Teicha war ich dann wieder dort hinten, im benannten Drittel. Die Überholmanöver von einigen dabei waren wirklich sehenswert…!

    Na dann, bis zum nächsten Jahr!

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