Archiv für die '2000 Karpaten' Kategorie

JETZT ABER URLAUB!

(20.08.-27.08.2000) Wie schon erwähnt haben wir diesmal keinen Schlafwagen, sondern mÜssen am GrenzÜbergang “Ruse” irgendwie die Zeit von 3:15 bis 6:00 Uhr ÜberbrÜcken. Während wir noch in die Bahnhofshalle hinab gehen, beraten wir, um was fÜr einen Baustil es sich handeln könnte. Man einigt sich auf Neo-Klassizismus. Leider haben wir von diesem beeindruckenden Bauwerk keine Fotos, da es auch im Balkan um diese Zeit zu dunkel zum Fotografieren ist. In die Stadt gehen wir dann nach einem Blick aus dem Bahnhof doch lieber nicht.

Während wir am Bahnsteig auf einer Bank “dösen”, fährt auf dem Bahnsteig gegenÜber unser “Hin-Zug” nach Bukarest ein, der peinlich genau gefilzt wird. Als wir dann unseren Zug in die entgegengesetzte Richtung besteigen, werden wir noch zweimal durch den ganzen Zug geschickt, weil einige Waggons später abgekoppelt werden sollen (Stress!).

In Varna ist es richtig heiß. Wir mÜssen aber erst noch ein Hotel finden, bevor es an den Strand gehen kann. Nach einem Preis-Leistungs-Vergleich mehrerer Hotels, die irgendwie auf die halbe Stadt verteilt sind, entschließen wir uns fÜr das Hotel “Odessa”. In unmittelbarer nähe zum Strand, dazwischen der Park mit einem allabendlichen Festival live spielender Bands (Yeah!), ein Kino gegenÜber und den Boulevard vor der HaustÜr, auf dem sich abends die Massen drängen. FrÜhstÜck wird auch serviert – was will man mehr? TagsÜber faul am Strand liegen und abends durch die Stadt. Das hatten wir uns verdient…

Irgendwie habe ich während dieses Urlaubs doch 5 Kilo verloren. Wenn sie jemand findet:

Postkommunismus & McDonald’s

An diesem Morgen brauchen wir wieder zwei Stunden, bis wir abmarschbereit sind. Wenn ich mich recht erinnere, sind wir nie vor 10:00 Uhr aufgebrochen.

Auf dem RÜckweg zum Bahnhof Zarnesti und anschließend im Zug hängt Thomas ganz schön durch. Auf dem Bahnhof machen wir noch ein paar bettelnde Kinder mit SÜßigkeiten und einem Ein-Mark-Schein (wohl ein Monatsgehalt dort) glÜcklich. Schon wieder eine gute Tat… – in den Bergen verliert man irgendwie den Bedarf an Materiellem.

200-08-19_zug

Um 12:00 Uhr fährt endlich unser Zug nach Brasov ab. Hier kann man noch fÜr 1,- DM eine dreiviertel Stunde Zug fahren. Wichtig ist dabei, sich auf die Schattenseite des Zuges zu setzen… Trotzdem wird alles auf gemacht, was auf zu machen geht (inklusive TÜren).

In Brasov haben wir zwei Stunden Aufenthalt und verlassen den Bahnhof kurz, um uns Weintrauben zu besorgen. Die Suche nach einer Post geben wir schnell wieder auf. Der Drang in die schattige Bahnhofshalle zurÜckzukehren ist stärker. Kann auch daran gelegen haben, dass der Gestank aus den MÜllcontainern, die am Rande des Marktplatzes in der Sonne schmorten zu widerwärtig war. Überhaupt sehen die Straßen und Häuser hier nicht sehr einladend aus: alles heruntergekommen und dreckig. WÜrde man in Deutschland keinem Sozialhilfe-Empfänger zumuten…

In Bukarest sieht es wenigstens rund um den Bahnhof nicht ganz so schlimm aus. Wobei – wenn man weiter in die Stadt läuft (was wir aber um 21:00 Uhr nicht noch einmal vorhatten) bekommt man den Eindruck, in manchen Straßen mehr streuende Hunde, als Menschen zu sehen. Wie die Fußwege aussehen kann man sich denken.
Hin und wieder hebt man den Kopf und wirft einen Blick in eine der Seitenstraßen im Zentrum, die man Überqueren will. Aber Autos kommen selten aus ihnen. Vielmehr stehen in diesen löchrigen, zumeist Pflasterstraßen geplÜnderte Wracks herum. Nein – brennende Autoreifen und Steine werfende Jugendliche haben wir nicht gesehen. Auch keine nackten Straßenkinder.

Die wenigen Bettelnden, die sich noch vor den Bahnhof trauen, werden nie aufdringlich. Anders dagegen unsere “Devisen-Freunde”. Die verfolgen uns förmlich. Mit unseren riesigen Rucksäcken sind wir auch im BahnhofsgewÜhl ein gutes Ziel.

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Gegen “Wegelagerei” im Nordbahnhof versucht man vorzugehen, indem man sich am Eingang die Fahrkarten zeigen läßt. Wer keine hat, muss sich eine Eintrittskarte fÜr umgerechnet 0,20 DM kaufen (kann aber keinen Devisenhändler vertreiben). Außerdem wimmelt es da nur so vor Polizei. Broker in Rumänien zu sein, ist stressiger, als an der Wall Street.

Da wir noch drei Stunden Zeit haben, bis unser Zug nach Varna geht, testen wir mal McDonalds. Es ist eigentlich kein Unterschied zum Heimischen festzustellen – außer: in den Toiletten gibt es nur Waschbecken. Bleibt uns also nichts anderes Übrig, als die Bahnhofstoilette aufzusuchen. Nachdem wir gelöhnt haben, geht es eine Treppe hinab und Sauna-Atmosphäre macht sich breit. Was die Luftfeuchtigkeit und Themperatur betrifft – nicht die Sauberkeit.
Links ein Gang, rechts ein Gang – keine Beschilderung. Wir entscheiden uns fÜr den rechten. Ich mach es kurz: ToilettentÜren, die sich nicht abschließen lassen, ein Loch im Boden mit zwei Steinen zum Draufstellen – und der Geruch… Dazu tropft es in meiner Nachbarkabine noch von der Decke – hab ich mir sagen lassen…

Nach dem dritten Nachfragen und zwei Stunden Aufenthalt eröffnet uns die Dame am Schalter, dass es doch keinen Zug nach Varna mehr gibt, der durchfährt. Wir mÜßten wohl ca. drei Stunden Aufenthalt ab 3:00 Uhr frÜh einplanen. Auf den Frust nehmen wir noch einmal ein McDonald’s-MenÜ zu uns. Unser Zug fährt um 0:00 Uhr los.

ZURÜCK ZUM ANFANG

Als ich am Morgen aus dem Zelt komme, merke ich deutlich die Nachwirkungen des letzten Tages. Ein Grund mehr, sich erst einmal in die Sonne zu legen.

200-08-18_alm_morgens 200-08-18_alm_abwaerts

Der RÜckmarsch ins Tal zur Cabana erfolgt fast im Laufschritt. Während wir fÜr “hinauf” noch vier Sunden brauchten, sind wir jetzt in weniger als der Hälfte der Zeit wieder unten. Nach einer Pause am Bach geht es weiter bis zur Cabana, an der wir erst einmal eine 2-Liter-Fanta leeren.

Auf einer staubigen Schotterstraße setzen wir unseren Weg zu unserem Ausgangspunkt Zarnesti fort. Nach ungefähr 6-7km hält ein Jeep an und nimmt uns die restlichen Kilometer bis in die Stadt (?) mit.

200-08-18_schotterstrasse

Am Kiosk schließt sich bei Eis und Cola der Kreis. Nach diesen Freuden der Zivilisation laufen wir wie am ersten Tag in Zarnesti wieder am Bach entlang Richtung Wald, wo wir uns dann auf einer Wiese niederlassen und unser Zelt aufbauen.
Nachdem wir unsere Tomatensuppe mit Weißbrot verdrÜckt haben geht es 22:00 Uhr in die Federn. Um 3:30 Uhr werde ich wach, als Thomas aus dem Zelt rennt, um sich zu Übergeben. So bin ich wenigstens der Erste, der ihm zum Geburtstag gratuliert ;-)
5:00 Uhr habe ich schon wieder Gelegenheit dazu :-(

EIN WALDLAUF

Auf dem Weg zum Lagerplatz hatten wir am Vortag schon einen Blick auf den Weg zu unserem nächsten Ziel geworfen, dem “Tamasul Mare”. Dieser ging erneut beängstigend steil hinauf. Nach den Strapazen der letzten zwei Tage genau das, was wir brauchten…
Das schöne Wetter vom letzten Nachmittag war uns erhalten geblieben, es war regelrecht heiß. Den gestrigen Fehler wollten wir nicht zwei mal machen. Paul stopfte sich zusätzlich noch irgendwie den vollen 10-Liter-Kanister in den Rucksack, während wir anderen je sechs Liter Wasser in Plasteflaschen an unseren Rucksäcken befestigten.

Der “Waldweg” entpuppte sich als Forstweg, der dazu benutzt wird, mit Pferden gefällte Bäume (und davon gab’s jede Menge) Richtung Tal zu ziehen. Die Steigung mit dem abgefÜllten Wasser auf dem RÜcken wurde ein weiteres “Highlight” unserer Tour. Als nach den ersten 500 Metern immer noch keine Besserung in Sicht war, spielte ich schon mit dem Gedanken, die Kapitulation vorzuschlagen. Aber man will ja auch nicht der Erste sein… Komischerweise gewöhnt man sich selbst an solche Steigungen nach einer Weile und es geht dann fast automatisch.
Man darf sich nur nicht die Frage nach dem Sinn des Ganzen stellen. Dann geht die Moral baden. Das Wort “Todesmarsch” machte die Runde und es wurden Vergleiche zur BUND-Zeit herangezogen, die aber allesamt nicht standhalten konnten.

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Nach ca. 4 Stunden Aufstieg kommen wir mit fast vollen Flaschen (ca. 20 Liter Wasser) an eine Quelle. Alles umsonst mitgeschleppt… Auskippen können wir trotzdem noch nicht alles, da noch ein StÜck vor uns liegt.

Auf der Alm am “Tamasul Mare” machen wir Mittag. Von hieraus ist auch der Gebirgssee zu sehen (ca. 6-7 km Luftlinie), bis zu dem wir heute noch kommen wollen. Das Problem ist nur: Unsere Karte endet hier und der einzige markierte Weg fÜhrt laut Karte in eine andere Richtung.

200-08-17_alm 200-08-17_alm-blick

Da wir den See aber schon sehen, beschließen wir quer durch den Wald in diese Richtung zu laufen.

Es geht zunächst zwischen Tannenbäumen den Berg hinab, die Vegetation wird aber immer dichter, bis wir auf einen Bach stoßen, der ins Tal, in Richtung See zu fließen scheint. Hier verabschieden wir uns endlich von unserem Wasservorrat. Schon ein komisches GefÜhl, etwas einfach wegzukippen, was man stundenlang bergauf geschleppt hat… Von nun an orientieren wir uns am Bach. Plötzlich kommt ein Schwarm Wespen aus dem Boden geschossen und eine erwischt Paul, der vorne weg läuft. Muss er wohl irgendwie auf das Nest getreten sein…

Der Boden wird teilweise regelrecht sumpfig und wir kämpfen uns durch Farne hindurch. Jurassic-Park-Atmosphäre. Wir finden einen Tierschädel und fragen uns, was denn einmal die sagen werden, die unsere Knochen finden. Nach ungefähr zweieinhalb Stunden geben wir auf und steigen den Berg zur Alm wieder hinauf – oder besser dahin, wo wir die Alm vermuten. Ziemlich fertig kommen wir oben an und der “Almbauer” kommt uns auch gleich entgegen und weist uns einen Platz zum Zelten auf seiner Wiese zu. Dankbar nehmen wir an und steigen 20:00 Uhr total geschafft ins Nest. Nach einer halben Stunde “klopft” es aber doch noch einmal an unserem Zelt: Der “Alm-Älteste” zeigt uns zwei Batterien. Da wir zwei unserer entbehren können, geben wir sie ihm mit einem Lächeln und schlafen mit dem GefÜhl ein, an diesem Tag auch was sinnvolles getan zu haben.

DER TAG DER EXTREME

Kurzfassung: Durst » Gipfel » Abstieg » Regenguß Â» Hitze »Tal » Bach

Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass ich auf einem Stein geschlafen haben muss (mehr oder weniger…). Das Zähneputzen mit Regenwasser (Thomas hatte am Abend eine Regenfalle aufbaut, mit der sich ca. 0,5 L H2O sammeln ließen) konnte mich auch nicht wirklich motivieren.

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Die letzten 500 m Luftlinie zum “La Om” (2244m) meistern wir relativ schnell, auch wenn die Wege immer schmaler und die AbgrÜnde immer tiefer erscheinen. Hier schwingen wir uns gerade um einen Felsvorsprung herum, wobei der Rucksack Richtung Schlucht zieht…

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Dieses Photo zeigt uns auf dem “La Om” (schwer zu erkennen, aber wir halten die Flasche mit dem letzten halben Liter Wasser fest). Danach folgt der ungewisse Abstieg.

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Dieser beginnt am Stahlseil senkrecht hinab, Über Geröll, Schotter und Felsen rutschen und klettern wir Richtung Tal. Nach dem “Hinauf” hätte ich nicht gedacht, dass noch etwas den Aufstieg wÜrde toppen können…Nach einer 3/4 h Überrascht uns ein Regenguß (im positiven Sinne) und wir hocken uns etwas abseits vom Hang zu dritt unter einen Poncho. Die anderen beiden funktioniert Paul noch schnell zu Wasserfallen um und schießt noch das Foto rechts, bevor es richtig zu schÜtten anfängt. Als es aufgehört hat zu regnen, kommt uns eine total durchnäßte Familie im T-Shirt und kurzen Hosen entgegen, die sahen noch ein wenig Überraschter aus – optimale Voraussetzungen eigentlich fÜr die Besteigung eines 2200ters… In diesen 30 min Regen sammeln wir Übrigens 5 Liter Wasser, genug fÜr den restlichen Abstieg.

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Ich denke, die nachfolgenden Bilder geben ungefähr die Schwere des Abstiegs wieder:

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An gewissen Stellen mußten wir einfach der Steile des Hanges Tribut zollen und ließen unsere Rucksäcke am Seil hinab (rechts). 20 Kilo auf dem Buckel machen sich bei nassem, rutschigen Untergrund nicht besonders gut, wenn man abwärts klettert…

Gegen Ende des felsigen Teils des Abstieges treffen wir noch auf einige kleinere Höhlen, die jedoch total zugesch***en sind… Nachdem sich die Vegetation schon wieder etwas angenehmer zeigt, mÜssen wir noch einmal einen Geröllhang rutschender Weise hinab und gelangen endgÜltig in den Wald.
Inzwischenist das Wetter schon wieder ausgesprochen schön, die Sonne scheint.
Nach kurzer Zeit erreichen wir eine an einer Lichtung gelegene SchutzhÜtte (1200m) und ich nutze die Pause, um meine Kampfstiefel gegen Halbschuhe zu tauschen *great!*.

Je tiefer wir in das Tal gelangen, desto mehr Zelte erscheinen rechts und links des Weges. Freitag abend scheint ganz Rumänien in den Wald zu fahren, um dort wild zu Campen. Nachdem wir uns in der “Cabana Plaiul Foii” mit Fanta und Keksen gestärkt haben, finden wir tatsächlich gegen 19:00 Uhr noch einen Platz am Bach fÜr unser Zelt – zwischen all den anderen :-(
Es gibt mal wieder Bratnudeln am Feuer.

DER BERG RUFT…

An diesem (ersten richtigen) Karpatentag brechen wir erst 10:00 Uhr auf. Es folgt der schwere Aufstieg zum “Ascutit” (2100m). Zunächst jedoch Überqueren wir die Wiese unserer nächtlichen Ruhestätte und erreichen nach 30 Minuten die im Wald gelegene “Cabana Cumatura”. Dort fÜllen wir unsere Wasserflaschen mit insgesamt 8 Litern Wasser – zu wenig, wie sich hinterher herausstellen sollte.

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Der Weg durch den Wald setzt sich gemäßigt fort, bis wir eine Lichtung erreichen, an der unser Weg auf Felsgeröll einen Hang hinauf geht – bis dahin die steilste Stelle. Die 20 Kilo auf dem RÜcken machen sich auch bemerkbar…
Oben angekommen geht es noch einmal “hochprozentig” durch den Wald und uns kommt eine Schafherde samt Schäfer und Hunden entgegen.

Als wir auf eine Lichtung treten, treffen uns die ersten Regentropfen und wir suchen unter einem der letzten Bäume vor der Baumgrenze Schutz. Von dort aus können wir beobachten, wie die Kilometer entfernte Wolkenfront im Tal “abregnet” und Blitze einschlagen.

Nach einer Weile setzen wir den Weg im trockenen fort. Von nun an mÜssen wir Über grasbewachsene Felsen im Zick-Zack, eine Art Trampelpfad mit Serpentinen. Daß das Gestein durch den Regen rutschig ist, macht die Sache nicht einfacher.
Eine halbe Stunde vor Erreichen des Gipfels des “Ascutit” machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Stahlseil, das an einer besonders steilen Stelle als Aufstiegshilfe dient. Von oben kommt eine deutsche Familie herab und wir fragen, ob es oben Wasser gäbe. Logischer Weise – nein. Bei diesen Kalkfelsen, in dieser Höhe!

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Oben angekommen machen wir eine kurze Pause und visieren das nächste Ziel an: den “La Om” – ca. zwei Kilometer Luftlinie den Kamm entlang.

Das stellt sich aber als schwieriger heraus, als gedacht. Es gilt eine Unmenge an mittleren Felsen auf- und abzusteigen, wobei Thomas bei den Abstiegen Probleme im rechten Knie feststellt.

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Insgesamt geht wir fÜr dieses “kurze” StÜck der Rest des Tages drauf.

In ungefähr 500 Meter Entfernung vom “La Om” kapitulieren wir vor dem x-ten Felsen, aber auch, weil es hier in einer Senke seit langem wieder eine halbwegs ebene und von der Größe geeignete Stelle fÜr unser Dreimannzelt gibt. Während Paul und ich das Zelt aufbauen, steigt Thomas ein StÜck talwärts, um mit dem Beil KnÜppelholz fÜrs Lagerfeuer zu schlagen, welches Paul anschließend am Seil hochzieht.

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Position: Monte Zbirii, Wasservorrat: 1/2 Liter (unterwegs gefunden), Naechste Quelle: ???

Nach einem faszinierenden Sonnenuntergang versammeln wir uns ums Lagerfeuer und gönnen uns Kekse und Zwieback – jedoch ohne Wasser, das bedenklich knapp ist. Der Blick ins Tal aus 2100 Metern Höhe entschädigt dafÜr, daß das Essen nicht ganz so “rutscht”. Als wir in die Schlafsäcke kriechen, bemerken wir, daß der Boden doch nicht so eben ist.

DIE ANFAHRT: TEIL 2

Gegen 2:00 Uhr werden wir durch ein Pochen an der TÜr aus dem Schlaf gerissen. Wir sind am GrenzÜbergang Ruse und ein bulgarischer Grenzer drÜckt uns Stempel in den Reisepaß, nachdem er unsere Personalien per Funk weitergeleitet hat. Insgesamt mÜssen wir ungefähr 4 Stunden an der Grenze verbracht haben. Auf rumänischer Seite hält der Zug in einem heruntergekommenen Bahnhof und die hiesigen Grenzbeamten betreten den Zug. An unserem Abteil angekommen, stellt einer freudig fest, daß wir ein Visum brauchen.

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Die Quittung des teuren VergnÜgens: Einreise Rumänien…

Er kann erstaunlicherweise Englisch und teilt uns mit, daß dieses $33 koste. Auf unsere Frage ob fÜr alle folgt ein breites Grinsen und die Antwort: “No, for each!” – und zahlbar in Landeswährung, die man ja bekanntlich nicht einfÜhren darf, oder in Dollar. Also mÜssen wir tauschen. Aber wo? Er bewundert noch schnell unsere Kampfstiefel (“Luftwaffe? Gut!”) und fÜhrt mich dann zum Zugfenster und meint, ich solle Über die Gleise, an den Hunden vorbei, zum Zollgebäude, dann die dunkle Gasse entlang, bis zu dem eingefallenen Neubau und da mÜsse dann irgendwo ein Hotel sein, das um 4:30 Uhr in der Nacht DM in Lei wechselt.
So weit kommt es allerdings nicht, denn als ich das Zollgebäude erreicht habe, kommt mir eine Frau mit Taschenrechner entgegen, die ein paar Worte aus der Ferne mit dem Zollbeamten wechselt und mir dann fÜr 3 lausige Stempel 213,- DM abnimmt (12,- DM Kommission!!).ZurÜck im Zug nimmt mir der Grenzer unsere wertvollen Pässe gleich wieder ab, um sie uns nach endlosen 30 Minuten wiederzubringen. Wir sind also in Rumänien und ein Drittel unserer liquiden Bestände ist bereits verbraucht.

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Die kostenlosen bulgarischen Stempel

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… und die teueren rumänischen

Als unser Zug gegen 8.30 Uhr in Bukarest eintrifft, haben wir zwei Stunden Verspätung, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, da wir immer noch drei Stunden Aufenthalt haben. Diese Zeit nutzen wir zu einem Rundgang durch die Straßen von “Bucuresti”, bevor wir uns im Park vor dem Bahnhof auf einer Bank niederlassen. Nach einer Weile nähern sich uns drei Zigeunerfrauen, die uns unbedingt einen Ring verkaufen wollen. Als sie nach fÜnf Minuten fast gescheitert sind, bemerkt Paul, daß sich eine von ihnen an meiner Rucksackaußentasche zu schaffen macht. Wir geben ihnen zu verstehen, daß ich meine Badehose noch bräuchte und jagen sie davon. Sie lassen sich in respektvoller Umgebung nieder und beobachten uns weiter argwöhnisch. Im Expreßzug nach Brasov (Kronstadt) sitzen wir mit einer Familie aus Sibiu (Hermannstadt) in einem Abteil, mit der wir uns drei Stunden angeregt unterhalten und am Ende feststellen, daß wir kaum etwas verstanden, aber unsere Adressen ausgetauscht haben. Mit einem stark wartungsbedÜrftigen Doppelstockzug kommen wir ca. 17:00 Uhr in Zarnesti an und beschließen den dahinterliegenden Berg heute noch zu besteigen. Während unseres Marsches durch das Dorf genehmigen wir uns noch ein Eis und verlassen dann Zarnesti auf einer Schotterstraße, dem Tal entlang, bis zu einem Steinkreuz, hinter dem der Aufstieg durch den Wald beginnt. Nach zwei Stunden anstrengender Steigung durch den Wald, kommen wir auf eine Lichtung (1300 m), auf der wir spontan unser Zelt aufschlagen.

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der erste Karpatenabend…

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…und der darauffolgende Morgen

Ein Feuer ist schnell entfacht und beim Anblick der vom Mond angestrahlten Bergkette, die uns umgibt, schmecken die Bratnudeln gleich doppelt so gut.

DIE ANFAHRT: TEIL 1

Da unser Zug erst kurz nach Mitternacht vom Hauptbahnhof Halle/S. abfährt, beschließen wir, die Zeit mit einem Kinobesuch zu ÜberbrÜcken. Bei “The Sculls” Üben wir schon einmal die Nachtwache und wecken uns immer gegenseitig. Da bis zur Abfahrt immer noch Zeit ist, nehmen wir noch eine letzte kultivierte Mahlzeit zu uns, bevor wir Mc Donald’s wieder in Richtung Bahnhof verlassen. Dort angekommen stellt Thomas fest, daß er die Zugreservierungen vergessen hat, er sie aber in der dreiviertel Stunde, die ihm noch bleibt von zu Hause holen wird. Paul und ich warten solange in der Bahnhofshalle auf ihn, Thomas erscheint aber doch schon nach 20 Minuten. Auf dem Bahnsteig kann man sich nicht einigen, wer den Klappspaten trägt, was schließlich dazu fÜhrt, daß er in Halle bleibt (wenn ihn jemand auf dem Bahnsteig gefunden haben sollte: mail-at-christianseidel.net…).

Der Nachtzug aus Prag Über DÜsseldorf ist recht voll und wir schleppen unsere 20-Kilo-Rucksäcke durch den schmalen Gang zu unserem Abteil, das seltsamerweise komplett belegt ist. Nachdem wir uns Platz gemacht hatten (gewisse schlafende Individuen mit BierbÜchse in der Hand mußten mÜhsam von Ihrer Fehlplazierung Überzeugt werden), konnten wir noch miterleben, wie der Schaffner alle die zur Schnecke machte, die in seinem reservierungspflichtigen Zug nicht reserviert hatten. Er versäumte es dabei nicht, jedem einzelnen seine Lebensgeschichte zu erzählen, was uns noch eine Weile wach hielt. In DÜsseldorf angekommen haben wir etwas Verspätung, was dazu fÜhrt, daß wir die S-Bahn zum Flughafen verpassen. Aber die kommt ja aller zehn Minuten – zumindest Werktags und heute ist Sonntag! ZurÜck zum Plan und… puhhh – in 30 Minuten fährt doch noch eine. Im Flughafen DÜsseldorf mÜssen wir zum Terminal E und stellen fest, daß es von der Ankunftshalle einen Zubringerbus zum Terminal gibt. Der läßt sich Zeit und wir kommen eine Stunde vor Abflug zur Abfertigung. Das Gepäck erfÜllt gerade so das Limit von 20 Kilogramm pro Person und wir passieren geschafft, aber erleichtert die Paßkontrolle.

Via Bulgarian Airways fliegt bevorzugt mit der Tupolev 154 (Baujahr 1991, 157 Sitzplätze), wir ab sofort nicht mehr. Bei dieser Beinfreiheit spielt es auch keine Rolle, ob man im Smart hinten sitzt. Man kann zwar die Vordersitze nach vorn klappen, das hat aber irgendwie meinen Vordermann gestört. DafÜr ist in der bulgarischen Luftwaffe die Gleichberechtigung eingefÜhrt wurden, im Klartext: zwei Stewardessen (mindestens 80 Jahre alt) und ebenso viele Stewards in modischer Sommerbekleidung aus der Schnäppchen-Ausgabe des Klingel-Katalogs versuchen jetzt kostenpflichtig Fluggäste mit Alkohol und Zigaretten abzufÜllen.

Nach einer etwas unruhigen Landung in Varna stellen wir die Uhr eine Stunde vor und erfahren, daß es auf den Flughafentoiletten rosa Klopapier gibt. Vor dem Flughafengebäude werden wir gleich von einem Taxifahrer bestÜrmt, ob wir nicht mit seinem Taxi bis zum Bahnhof fahren wollen – fÜr preiswerte 20,- DM. Aus irgendeinem Grund entscheiden wir uns aber dann doch fÜr den ÜberfÜllten Bus (2,- DM), der uns aber nur ins Zentrum bringt.

Die bulgarischen Landsleute sind sehr freundlich und sprechen uns auf dem Weg zum Bahnhof immer wieder an, ob wir nicht zu viel deutsches Geld haben (“Change, Change. Gut Kurs. No Commission!) oder ein Taxi bräuchten (ca. 20.000 Mal). Nur den Weg zum Bahnhof kann uns erst der dritte “Devisenwechsler” erklären.

Die dortige Information klärt uns darÜber auf, daß wir fÜr ZÜge ins Ausland das Internationale ReisebÜro aufsuchen mÜssen. Im zweiten Anlauf finden Thomas und Paul es dann endlich in irgend einer Nebenstraße, ich passe solange auf unser 60-Kilo-Marschgepäck im Bahnhof auf. Als die beiden nach 45 Minuten wiederkommen, haben sie das GefÜhl, sie hätten gerade die bulgarische StaatsbÜrgerschaft beantragt, so viele Zettel hätte die Angestellte ausgefÜllt (das Wort Computer ist wahrscheinlich im Bulgarischen mit Schreibmaschine Übersetzt…).

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Unser Zug nach Bukarest (von Istanbul nach Moskau) hat Schlafwagen, in welchen wir ein Abteil fÜr ca. 40,- DM pro Person unser eigen nennen können. Bis zur Abfahrt um 21:10 Uhr begeben wir uns mit dem ganzen Gepäck an den Strand und lassen die Seele baumeln. Zum Abendbrot gibt es selbst importierte Eierkuchen und wir begeben uns zum Bahnsteig. Dort stehen historische russische UngetÜme, in deren Inneren es vor lauter Hitze nicht auszuhalten ist. Die Fenster lassen sich nicht öffnen, die russische Zugbegleiterin erklärt uns, daß die “Klimaanlage” erst während der Fahrt einsetzt – Zugluft eben. Dann verteilt sie Bettwäsche mit KÜhleffekt (faustgroße Löcher, staubige, poröse Laken) und weißt uns darauf hin, daß die Toilette jetzt nicht mehr abgeschlossen sei. Beim Zähneputzen stellen wir fest, daß es kein Wasser gibt – nur gut, daß wir uns vor der Abfahrt mit Mineralwasser eingedeckt haben.