Wir brechen zu unserem Auto nach “Cresent Meadow” auf, der Weg ist ja bekannt und der Gedanke an eine Dusche und den Supermarkt lässt uns die Strecke in 2 ¾ Stunden bewältigen. Im “Lodgepool Visitor Center” nehmen wir genÜsslich die angesprochene Dusche und gönnen uns neue Klamotten. Zum Mittag gibt es zur Feier des Tages Hot Dogs und Cola fÜr jeden.
Anschließend geht es los Richtung “Yosemite National Park”. Am Abend biegen wir von der Hauptstraße ab auf eine Dirt Road, eine unbefestigte Schotterstraße, an der ich den Dienst als Fahrer quittiere. Paul bringt uns dann mithilfe von Allrad bis zu einem abgelegenen Seitenweg, an dem wir uns ausbreiten und auf die Iso-Matten hauen. Vorher haben wir allerdings noch die zahleichen Schrot-PatronenhÜlsen beiseite geräumt, die da Überall rumlagen… FrÜh um 6:00 Uhr weckt uns ein vorbeifahrender Pickup… war es doch nicht so abgeschieden, da…
Monatliches Archiv für September, 2001
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An diesem Morgen bin ich schon recht zeitig (7:00 Uhr?) wach und renne sinnlos durch die Gegend. Der Bach ist zu kalt und die anderen beiden pennen noch. Aber physisch merke ich eigentlich nichts mehr vom gestrigen “Hammertag”.
Nachdem alles wieder verstaut ist, geht es weiter taleinwärts Über Serpentinen, entlang eines fast ausgetrockneten Flussbettes, an dessen Ufer vereinzelt BÜsche und Bäume wachsen, bis die Vegetation immer dichter wird und wir wieder mitten im Wald stehen. Hin und wieder steht plötzlich auch mal ein Reh vor dir und glotzt dich an, bevor es wieder ins Geäst verschwindet. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Wen es in diese Tiefen des Nationalparks verschlägt, der verschreckt auch kein Wild und verhält sich naturbewusst. DafÜr gibt es dann auch allerhand zu sehen, wenn man aufmerksam ist.
Am “Bearpaw Meadow” schließt sich der Kreis unserer Tour – allerdings mussten wir noch einen letzten fiesen Aufstieg von 600 Höhenmetern hinter uns bringen. Paul ist zwischendurch mal verschwunden – wir treffen ihn oben an der HÜtte wieder. Dort wurde ihm vom Ranger noch einmal eingeschärft, nicht die Konfrontation mit den Bären zu suchen – Hintergrund: An unserer ersten Raststätte hatte sich am Morgen ein Bär am Rucksack eines schlafenden Wanderers zu schaffen gemacht, was Letzterer bald mitbekam und verhindern wollte. Er hatte jedoch die Reaktion des (wohl hungrigen) Bären unterschätzt und dessen Pranke durchs Gesicht gezogen bekommen. Dementsprechend zerkratzt hatte man ihn dann medizinisch versorgt und verbreitete nun Überall Warnungen. KÜmmert uns aber nicht weiter, sondern wir beziehen an eben dieser Stelle unser letztes Nachtlager – seltsamerweise allein…
FrÜh am Morgen gegen 07:30 Uhr kommt tatsächlich ein Bär gemÜtlich den Weg entlanggelaufen, als wir noch im Schlafsack liegen. Paul schnappt sich die Kamera, aber er ist schon in den Wald hineingelaufen und das Bild (rechts) wird leider nix.
Wie bei jeder unserer Touren haben wir wieder einen Chaostag eingeplant. Dieser sollte heute steigen.
Es geht zu den “Little Five Lakes” – fÜnf kleinen Gebirgsseen. Von unserem Ausgangspunkt “Array o Canyon” gehen drei Wege in diese Richtung ab, jedenfalls scheinen wir einen der beiden falschen erwischt zu haben, denn unserer endet plötzlich auf einer Wiese an einem Bach. Als wir ihn Überquert haben, merke ich (vornweg laufend), wie der Boden feuchter wird. Damit wird es mal wieder Zeit fÜr eine weitere unserer vielen Anekdoten. Jedenfalls meine ich noch so: “Kann mal jemand anderes vorgehen? Ich habe nur Halbschuhe an.” – und Paul mit seinen Kampfstiefeln Übernimmt mutig die FÜhrung, aber nur ein paar Meter, dann sinkt er urplötzlich bis zur HÜfte im Sumpf ein. Was’n Spaß! Haben wir gefeiert!! Aber so schlimm war es wohl nicht, ging dann bald weiter. Allerdings immer steil den Berg hinauf, ohne Weg und nur dem Orientierungsinn folgend geht es zwei Stunden sprichwörtlich Über Stock und Stein, bis wir letztendlich wieder auf einen Pfad stoßen. Welch Erleichterung – Zivilisation! Nach kurzer Beratung entscheiden wir uns, den Weg nach links weiterzugehen, um einen Wegweiser zu suchen. Den finden wir dann auch nach einiger Zeit – um festzustellen, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind… aber, als wenn’s darauf jetzt noch ankäme… Also machten wir kehrt und marschierten los, die 3 Meilen bis zu den Seen schaffen wir auch noch bis zum Mittag!
Am ersten See angekommen (3193m) verwerfen wir die Idee, ins Wasser zu gehen, da es fÜrchterlich zieht und der See wahrlich kein Badesee ist. Also dösen wir (halbwegs windgeschÜtzt) in der Sonne und machen Mittag: es gibt mal wieder Kekse und Wasser. In den 1 ½ Stunden Pause habe ich mir Übrigens einen tierischen Sonnenbrand an den Waden und im Gesicht geholt. Thomas geht es nicht anders, am schlimmsten sehen unsere Lippen aus, die total aufgesprungen sind…
Unser nächstes Ziel ist der “Black Rock Pass” (3536m), Über welchen wir ins benachbarte Tal absteigen wollen – unserer nächtlichen Lagerstätte. Nachdem wir die Baumgrenze hinter uns gelassen und uns durch eine Felslandschaft gekämpft haben, stehen wir endlich vor dem “Black Rock”. Hinauf fÜhrt ein Weg in gleichmäßigen, einförmigen Serpentinen auf schwarzem Geröll – dieser Aufstieg war einer der gemeinsten, die ich je gemacht macht habe: die Sonne ballerte und hinter jeder Kurve lauerte der selbe eintönig ansteigende Pfad. Thomas lief 10 Minuten vor, Paul 10 Minuten hinter mir. Kopf nach unten, Hände im Tragegurt verkrallt, Gehirn abschalten und weiter. Dieser Berg verlangte uns jedenfalls (vor allem moralisch) alles ab! DafÜr entschädigt der Blick (auch auf die 5 großen Seen) fÜr einiges, aber nicht alles… Paul jedenfalls, verwÜnscht seine Schuhe, die ihm die Zehen “martern” – deshalb folgt er uns beim Abstieg ins Tal mit ein Paar Minuten Abstand. Den Lagerplatz finden wir jedenfalls alle rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit und löschen das Lagerfeuer bald nach dem Essen, um frÜh Schlafen zu gehen.
Am nächsten Tag geht es Über die Ranger Station “Bearpaw Meadow” (2377m) an “Walhalla”, einer enormen Felswand vorbei, zum “Hamilton Lake” einem klaren, aber eiskalten Gebirgssee, umrandet von Bergen. Diese galt es nach einer ausgedehnten Pause zu bezwingen! Nach 2 ½ Stunden Aufstieg bei ordentlicher Hitze und Blick auf den kÜhlen blauen See erreichen wir den Pass des “Mount Stuart” (3665m), der ins dahinterliegende Tal fÜhrt, in welches wir wieder hinuntersteigen.
Zu diesem Zeitpunkt dämmert es schon schwach, aber Bäume sind nicht vorhanden und die Sicht ist gut und so entscheiden wir uns noch weiter taleinwärts zu laufen, um den befestigten Lagerplatz zu suchen. Allerdings wird es langsam immer dunkler und aus den vereinzelten BÜschen werden Bäume und Baumgruppen, bis wir vollends im Wald stehen – das heißt, wir rennen inzwischen. Immer den schmalen Weg entlang, bis wir vor einem Platz mit brennenden Feuern stehen. Doch noch rechtzeitig gepackt, Schwein gehabt! Wir gönnen uns Chili und Bohnen am Lagerfeuer und kriechen anschließend geschafft, aber satt und zufrieden in die Schlafsäcke.
Wir fahren weiter zum Tourist Office, wo wir uns vom Ranger eine Route fÜr unsere 5-Tagestour vorschlagen und das Permit (die Erlaubnis) ausstellen lassen. Wir einigen uns auf einen “Loop”, einen Rundkurs durch den Sequoia, fÜr den wir allerdings noch ein wenig Verpflegung aus dem örtlichen Supermarkt benötigen. Zum Mittag gibt es Donuts und Dr. Pepper Cola *wÜÜÜÜrg* – was fÜr ein widerliches Zeug! Cola mit Zahnpastageschmack – igitt! Die Amis schrecken auch vor nichts zurÜck!!
Bevor wir aufbrechen, nehmen wir noch den General Sherman Tree, wohl einer größten Mammutbäume dort, sowie “Auto Log” und “Tunnel Log”, die weiteren Wahrzeichen des Nationalpark mit. Dann geht es Richtung “Cresent Meadow” von wo aus wir den “High Sierra Trail” nehmen – was sich schon vielversprechend anhört. Als wir dann in voller AusrÜstung losmarschieren wollen, mÜssen wir noch einem Ranger unser Permit vorzeigen, bevor es dann endlich losgehen kann. Wir schaffen an diesem Tag noch 7 Meilen bis zur zweiten Bearbox. Diese Stahlkisten werden leicht abseits der offiziellen Lagerplätze aufgestellt, damit man sämtliche Lebensmittel darin verstaut und die Braunbären nicht unnötig ins Lager lockt, die sonst in Rucksäcken nach Essen suchen. Überhaupt wurde uns eingeschärft, sich bei Kontakt mit Bären defensiv zu verhalten und nicht etwa auf die Idee zu kommen, Eigentum zu verteidigen, das von ihnen durchstöbert wird. An dieser Stelle werden von den Rangern immer wieder gern Fotos von total demolierten Autos hervorgeholt, die die Bären wie Konservendosen aufgebrochen haben. Wie gesagt: Alles was Essen ist oder wie Essen riecht muss deshalb in die Box.
Am Lagerplatz sind wir nicht allein – wir unterhalten uns mit Kenny. Er ist Chefmechaniker eines Formel-Rennteams (F3000?) und betreut den Gesamtwertungs-fÜhrenden (Bell?). Kenny jedenfalls kommt vom “Mount Whitney” und hat das gemacht, was wir uns dann doch nicht getraut hatten. “Sequoia – Mount Whitney” in einer Tour.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf zu unserem ersten Zwischenstop, dem Sequoia National Park, größtenteils auf dem Freeway – der Autobahn. Zwischendurch gönnen wir uns in Bakersfield erst einmal ein “Breakfest” bei McDonalds – böser Fehler. Den Kaffee kann man so nicht weiterempfehlen. Und die finanziellen Dimensionen waren uns auch noch nicht ganz vertraut. Egal…
Weiter geht’s an Massen von Windrädern vorbei ins Landesinnere (Richtung Norden). In Porterville (?) machen wir halt und kämpfen uns zum Einkaufen durch mindestens 6 verschiedene Supermärkte um unser PreisgefÜhl aufzubauen.
Zwischendurch legen wir noch einen Stop ein, um mal kurz in den Bach zu springen.
Im Sequoia National Park angekommen besorgen wir uns die Abo-Karte fÜr alle NPs ($50) und errichten unser Zelt auf dem “Buckeye Flat” Campingplatz (860m, $14). Am Abend schlÜpft Paul in die Hängematte, Thomas legt sich daneben und ich begebe mich ins Zelt. Nachts bekommen wir Besuch: eine Bärin mit ihren beiden “Baby Bears” kommt bis auf einen Meter an das Zelt ran – die beiden draußen sehen wenigstens noch, was da gegen die MÜlltonnen hämmert, ich kann es nur ahnen.
FrÜh gegen 9:00 Uhr checken wir bei American Airlines ein und geben unser Gepäck auf. Vorher werden wir noch streng befragt, ob wir irgendwelche elektrischen Geräte mit uns fÜhren, oder ob uns nicht vielleicht ein Fremder eine Bombe oder ein Kilo Heroin anvertraut habe. Nachdem wir erzählen, dass uns tatsächlich am Eingang ein bärtiger Mann mit Turban 50 Dollar geboten habe, wenn wir seinen Koffer mit nach Chicago nehmen, wird die gute Frau plötzlich ganz nervös und ich höre nur noch, wie sie in ihr Funkgerät irgendwas von “evakuieren” und “mobiles Sprengkommando” nuschelt – NEIN – haben wir natÜrlich nicht gemacht, wÜrde aber wirklich gern mal bei dieser Frage flunkern. Zu dem Zeitpunkt war allerdings die Stimmung noch nicht so angespannt an den Terminals… jetzt verstehen die bestimmt keinen Spaß mehr. Aber dazu später mehr!
Ca. 2 Stunden später heben wir dann in FFM ab, um 13:30 Uhr Ortszeit (+7h) mit Verspätung in Chicago zu landen. Trotz aller Hast – wir verpassen den Anschluss nach L.A., allerdings bietet AA eine Stunde später wieder einen an, den wir dann auch erwischen (04:00 p.m. = 16:00 Uhr).
In Los Angeles ist es neblig und unfreundlich, irgendwie gar nicht nach Kalifornien. Rund um das Flughafengebäude befinden sich die riesigen Abstellflächen der örtlichen Autovermieter, zu denen ständig kostenlose Zubringerbusse unterwegs sind. Wir springen also auf einen Budget-Bus auf und lassen uns zum Office fahren. Dort angekommen regeln wir den Papierkram und lassen uns die SchlÜssel zum Pickup geben, bevor wir uns aufmachen, ihn auf dem Parkplatzareal zu suchen. Schon von weitem wird uns klar – das ist kein Viersitzer, da passen wir nie im Leben rein. Kurz reingeschaut: eine Sitzreihe mit Notsitz dahinter. Krisengespräch unnötig – den nehmen wir nicht. Also zurÜck zum BÜro und der Dame mit dem Ostblockakzent begreiflich gemacht, dass wir den nicht bestellt haben, sondern einen mit 2 – in Worten: ZWEI Sitzreihen. Nachdem wir bereits 45 Minuten bei Budget zugebracht hatten, holte sich die sichtlich Überforderte Angestellte Verstärkung in Form ihres Chefs. Dieser ließ sich noch einmal das Problem schildern, bevor es dann meinte, dass sie wirklich kein solches Gefährt da hätten – aber wir sollten ihm doch mal ausrechnen, was wir bezahlt hätten in Deutschland. Den Betrag im Taschenrechner ansehend wurde er plötzlich fröhlich. Ob das wirklich so stimme und wir uns nicht verrechnet hätten meinte er noch, bevor er einen freundlichen Blick in die Runde warf und uns mitteilte: “I’ll give you the Explorer!”.
Schön, dachten wir, wenn der ein Viersitzer ist – gern! Wir also wieder auf den Parkplatz – und machen vor einem rieeeeesen Allrad-Jeep mit 3!!! Sitzreihen halt, in welchem locker 8 Personen Platz hätten. Und Kassettenradio hat er auch – besser noch: er hat einen CD-Player, aber wir keine CDs dabei. Na ja, was soll’s, dritte RÜckbank umgeklappt, Gepäck eingeladen, Platz genommen und ab dafÜr… aber wie? Automatik – war uns ja klar, allerdings war da keine Mittelkonsole mit Schalthebel. Also alles am Amaturenbrett mal begutachtet. Ja… da war schon mal die Schaltanzeige… und wenn man den Scheibenwischerhebel hier betätigt, dann legt man einen Gang ein… interessant. So… “D” wie Drive rein und los! Wieder nix – die Handbremse! Ja, aber wo? In der Mittelkonsole jedenfalls nicht, vielleicht im Fußraum? Tatsächlich: links an der Seite, ein Hebel. Jetzt aber nix wie raus hier, eh sie sich’s noch mal anders Überlegen und uns das Teil wieder wegnehmen… Paul darf Übrigens als erster ran ![]()
Nach ein paar Metern klappt es kurz und die Zentralverrieglung sperrt alle TÜren ab – USA live.
An der nächsten Kreuzung biegen wir erst mal in einen Parkplatz ein, um die Karte zu studieren. Dann nehmen wir die erste Ausfallstraße und verlassen L.A.. Auf einem der Berge rund um die Stadt schlagen wir dann unser erstes Lager auf, besser gesagt: wir schlafen die erste Nacht im Wagen mit Blick auf Los Angeles.
Am Sonntag fahren wir um 18:45 Uhr mit der Bahn nach Frankfurt (Main), um vom “FRAPORT” unsere diesjährige Urlaubsreise in die Vereinigten Staaten anzutreten. Mit American Airlines soll es Über Chicago nach Kalifornien (Los Angeles) gehen, wo uns beim Autovermieter Budget am Flughafen ein Viersitzer-Pickup erwartet, mit dem wir einen 4-wöchigen Roadtrip planen. Diesen hatten wir extra vorher bei „Meiers Weltreisen“ in Halle reservieren lassen und traten zuversichtlich, weil bestmöglichst vorbereitet unsere Reise an. Flugtickets, Reiseplaner, Ausweise, Dollars, Krankenscheine, WörterbÜcher, Zelt, Campinggeschirr, Fotoapparate, TagebÜcher, Allzweckmesser, Butankocher, GPS-Gerät, Sonnencreme, Badehosen, (elektrische) Rasierer und Musikkassetten – wir hatten eigentlich alles. Jetzt musste nur noch der verd… Pickup ein Kassettenradio haben und alles wär “easy going”, wie der Ami zu sagen pflegt. Dementsprechend sind wir alle sehr relaxed (vielleicht auch schläfrig?), als wir gegen 02:00 Uhr endlich in FFM ankommen. Der Schalter von AA ist schnell gefunden und wir haben noch 7 Stunden Zeit, bis zum Einchecken, welche wir zum Dösen nutzen (nervend: die ständigen Durchsagen nach Gepäckaufsicht – und die Reinigungskräfte, die mit ihren Elektrowagen die MÜllsäcke aufsammeln – Autoscooter auf dem Flughafen)…