Am Vormittag besuchen wir das “Glen Canyon Dam” Museum und beschließen unbedingt mal wieder ins Wasser springen zu mÜssen. Allerdings nicht vom Damm, sondern im angrenzenden “Glen Canyon R.A.”.
Nachdem wir all unseren Mut zusammengenommen haben und von einem der (10m-) Felsen gesprungen sind, schieben wir fÜr den Rest des Tages noch eine ruhige Kugel am Wasser. Bis Paul feststellt, dass er wohl den AutoschlÜssel beim Springen in der Tasche hatte – Betonung auf “hatte”. All unsere Tauchversuche bleiben erfolglos und so haben wir ab sofort nur noch einen SchlÜssel – ach ja: hatte ich erwähnt, dass es der ErsatzschlÜssel war, der verloren ging? *g*
ZurÜck in “Page” gönnen wir uns erst einmal bei “Jack in the Box” unseren “Jumbo Jack” fÜr 99 Cent das StÜck. “Jack in the Box” hat uns Übrigens während unserer gesamten Tour ausgezeichnete kulinarische Dienste geleistet…
Nachdem wir gesättigt sind, fahren wir weiter zum “Grand Canyon National Park”, wo wir gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang eintreffen. Beim Scheinwerferlicht unseres Explorers bauen wir das Zelt auf dem “Mather Campground” auf ($15 pro Nacht).
Um 5:45 Uhr quälen wir uns nach bitterkalter Nacht (Zeltplatz liegt auf einem Plateau) zum “Sunrise Point”, einer Aussichtsplattform, die bei Sonnenaufgang einen tollen Blick auf den mit säulenförmigen Sandsteinformationen überzogenen Canyon bietet. Es ist immer noch bitterlich kalt.
Da wir mal wieder die Zeitzone gewechselt haben, ist uns erst gar nicht bewusst, dass es eigentlich schon eine Stunde später ist (Mountain Time). Nach gründlicher Besichtigung und Bewanderung des “Bryce Canyons” fahren wir weiter und schlafen – mal wieder in der Wüste.
Genauer gesagt bei “Page” in der Nähe des “Glen Canyon Dam”, des wohl zweitgrößten Staudammes nach dem Hoover Dam (@ Las Vegas).
Als nächstes haben wir uns den “Zion National Park” vorgenommen. Vom Besucherzentrum gibt es einen Bustransfer, da im gesamten Park Fahrverbot fÜr Privatwagen gilt. So lassen wir uns mal rumfahren – auch nicht die schlechteste Variante. Im Canyon angekommen geht es noch 15 Minuten auf dem Trockenen, bis wir an den Fluss kommen. Von hier aus geht es nur noch watend durch das kalte Wasser, die Schuhe lassen wir dazu an. Ein seltsames GefÜhl, aber man gewöhnt sich dran. Nachdem wir 45 Minuten im Canyon flussaufwärts gelaufen sind, meinen wir, alles gesehen zu haben und kehren wieder um.
Auf dem RÜckweg wird Paul noch von einem der vielen Erdhörnchen (?) beim Versuch es festzuhalten in den Finger gebissen – selbst schuld!
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Weiter geht es zurÜck zum Visitor Center, wo wir wieder ins Auto steigen und Richtung “Bryce Canyon” fahren. Dort angekommen nehmen wir noch schnell die obligatorische VideovorfÜhrung mit und lassen uns dann auf dem “North Campground” nieder.
Unser Weg fÜhrt uns diesmal durch das “Valley of Fire”, das neben feuerroten, bizarren Sandsteinformationen auch einen Campingplatz mit kostenlosen Duschen bietet, welche wir ausgiebig nutzen. Im Visitor Center gibt es Übrigens einen Trinkwasserspender, den wir ebenfalls in Beschlag nehmen. Sehenswert sicherlich auch “Mouse’s Tank”, ein Wasserloch mitten im WÜstenfels, das einem Indianer, der sich einst im Tal verstecken musste zum Überleben verhalf. Auch der “Fire Canyon” mit seinen farbigen Schattierungen ist durchaus als reizvoll anzusehen. Aber da wir von WÜste, Sand und Trockenheit erst einmal genug haben, fahren wir schnell weiter zum “Lake Mead” bei “Overton Beach”, an dem wir bis 17:00 Uhr verweilen.
An diesem Tag fahren wir Übrigens durch drei Bundesstaaten: Nevada – Arizona – Utah. Dabei wechseln wir mehrmals die Zeitzonen. Gepennt wird mal wieder in der Steppe bei Virgin.
Am nächsten Tag nehmen wir uns die rechte Seite des “Strip” vor, es geht vom “Stardust”, dem “Stratosphere Tower” Über das “MGM” bis zum “Luxor”. Mittags gönnen wir uns wieder unsere $14-Peperoni-Pizza im “Monte Carlo”. Im “Aladin” kann man kostenlos am GlÜcksrad drehen und sich dann ein Kartenspiel oder einen Ford Mustang Cabrio abholen. Wir gewinnen leider nur das Kartenspiel. Bei so viel Pech suchen wir unser Heil mit 10 Dollar am “einarmigen Banditen” im “Luxor”. Nachdem wir uns schon fast 10 Dollar erspielt haben, verlieren wir letztlich doch noch unseren ganzen Einsatz. Das Leben ist hart – aber Thomas und Paul kennen das GefÜhl ja schon.
Frustriert verlassen wir Las Vegas wieder auf der “15″, aber diesmal in Richtung Norden, wo wir abseits der Stadt wieder in der WÜste unsere Zelte aufschlagen.
Vom “Death Valley” bis zu unserem heutigen Ziel: “Las Vegas” ist es eine halbe Tagesreise. Unterwegs fahren wir noch am berÜhmten “Area 51″ vorbei und “entern” die VergnÜgungsstadt. FÜr unsere heutige VergnÜgungsattacke haben wir uns zu Fuß die linke Seite des “Strip” vorgenommen. Wir schaffen es vom “Luxor” bis zum “Circus Circus”. Mittag gibt es im “Monte Carlo”, wo wir uns eine $14-Riesenpizza gönnen. DafÜr gibt es abends “nur” 99Cent-Mega-Hot Dogs fÜr alle, die wirklich enorm sättigend sind.
Nachdem wir das Treiben in den Casinos eine Weile (den ganzen Tag) passiv betrachtet haben, beschließen Paul und Thomas, die Initiative zu ergreifen und am Roulette-Tisch in Aktion zu treten.
Mit einer genialen Risikominimierungsstrategie verlieren die beiden jedoch leider $125 – das ist bitter! Nicht mal die hunderttausend netten Prospekt- und Heftchenverteiler auf dem Strip können die beiden wieder aufbauen. Am Ende unseres LV-Ausflugs besitzen wir eine beträchtliche Ansammlung von Telefonnummern netter Damen, die uns sogar noch finanziell unterstÜtzen wollen, wenn wir das richtig verstanden haben…
Aber trotz aller Verlockungen zieht es uns wieder ins Auto zurÜck, welches uns auf der “15″ nach SÜden bis “Jean” bringt, wo wir uns etwas abseits der Strasse in die WÜste zum Schlafen packen.
Als wir am nächsten Morgen starten wollen, springt das Auto nicht an… hatte ich wohl doch ein wenig zu lange Radio gehört. Verdammte Axt… alle Versuche, Schalter und Hebel nÜtzen nichts – also auf zum Platzwart, dem ich mein Problem schildere und der sofort das Starterkabel holt und in seinen Wagen springt. Nach 3 Minuten läuft die Maschine wieder und wir bedanken uns erleichtert (besonders natÜrlich meine Person).
Unser Weg fÜhrt uns zurÜck nach “Lone Pine”, wo wir uns noch mit Lebensmitteln und Zeitungen eindecken und anschließend immer durch die WÜste Richtung “Las Vegas”. “Las Vegas is fun” meinte der Platzwart noch, nachdem wir uns verabschiedet hatten – na mal sehen… Zunächst einmal wollen wir noch durchs “Death Valley”, das zu dieser Jahreszeit noch auszuhalten ist – jedenfalls sinken die Temperaturen nachts schon mal unter 30°C. In der WÜste von Nevada lassen wir dann Thomas zum ersten mal ans Steuer, schließlich geht die Straße schnurgerade, wie auf dem Reißbrett entworfen immer geradeaus.
Obwohl man es eigentlich vermeiden sollte, in der WÜste anzuhalten, machen wir an den SanddÜnen halt und riskieren einen Abstecher. So stelle ich mir WÜste vor – Sandberge Über Sandberge, die geradezu dazu einladen, Purzelbäume hinunterzuschlagen (wenn man den Verstand ausschaltet, wohl durchaus lustig). Jedenfalls schleppen Paul und Thomas noch kiloweise den Sand mit ins Auto…
Auf dem Weg durch das Valley nehmen wir noch “Badwater” mit, welches 80 m unter NN liegt, fahren auf den in den lustigsten Farben schillernden “Artist Drive”, den so gut wie ausgetrockneten “Salt Lake” an, die “Dunes” und “Devils Golf Course”. Dummerweise wird mein Interesse an den SehenswÜrdigkeiten durch eine Lampe im Wagen beeinträchtigt, die schon den ganzen Tag Über meinem Kopf brennt und sich partout nicht ausschalten lassen will. Ich komme zu dem Schluss, dass das mit der Batterie-Aktion heute morgen zusammenhängen muss. Die Sache lässt mir keine Ruhe.
Im offiziellen Visitor Center des “Death Valley” orientieren wir uns erst einmal und nehmen noch die Diashow mit. Mit einbrechender Dunkelheit steuern wir den “Furnace Creek Campground” an, auf dem jeder zweite Deutsch zu sprechen scheint. Mit den Waschgelegenheiten ist das so’ne Sache – die einzigen Wasserstellen scheint es in den Toiletten zu geben, wo wir uns am Waschbecken mit warmen Wasser flÜchtig die Zähne putzen. Überhaupt ist auch das Trinkwasser, das man aus den Leitungen bekommt ordentlich warm, wie alles in der WÜste. FÜr die Nacht rÜcken wir unsere Rasttische zusammen und verzichten darauf, das Zelt aufzubauen. Hin und wieder kommt nachts ein WÜstenfuchs an unserer Lagerstätte vorbeigetrottet und beäugt uns vorsichtig, aber ganz geheuer sind wir ihm wohl nicht.
Nachts hatte es zum ersten Mal geregnet und Paul hatte sich dann doch durchgerungen, uns im Zelt zu besuchen – am Morgen war aber von Regen nichts mehr zu merken. Um 07:00 Uhr bringe ich die beiden mit dem Auto noch bis zum Trail und kehre um zum Campingplatz. Den Tag verbringe ich mit einem Spaziergang, Recherchen in meiner Computerzeitschrift zum Thema: Palm & PDA und – natÜrlich am Autoradio, wo es natÜrlich nur ein Thema gibt: die nationale Sicherheit und Terrorismus.
Eigentlich hatte ich Thomas und Paul erst am nächsten Tag wiedererwartet, aber gegen 19:00 Uhr stehen sie plötzlich wieder vor mir, haben es doch an einem Tag geschafft. So gibt es doch noch ein gemeinsames Abendessen mit Bohnen, Chili und Weisbrot.
Man achte auf das Datum!
Nachdem alles wieder eingepackt ist, machen wir uns auf zu den heißen Quellen (“Hot Greeks”), die sich ja gleich um die Ecke befinden. Wir lassen das Auto oben auf dem Parkplatz stehen und laufen hinunter in das kleine Tal, durch das sich ein Bach zieht. In diesem steigt aus zahlreichen Löchern im Boden heiße Luft auf, an der man sich an manchen Quellen durchaus auch mal verbrennen kann. Abseits des Baches gibt es abgezäunte Krater, in denen es in den lustigsten Farben brodelt und in die man besser nicht hineinfällt. Deshalb wollte wahrscheinlich der Sheriff Paul ein “Ticket” verpassen, als er da rumsprang…
Als wir uns um 10:30 Uhr um das FrÜhstÜck kÜmmern, sitzt Paul immer noch im Wasser und fÜhrt ein Gespräch mit einem älteren Herren, der im irgendeine wirre Story von einem Flugzeug verkaufen will, das angeblich ins World Trade Center geflogen sein soll (laut 09:00 Uhr-Nachrichten). Paul verlässt dann kurze Zeit später auch das Wasser und erzählt uns von seiner seltsamen Unterhaltung, aber wir vergessen die ganze Geschichte schnell wieder.
Weiter geht’s zum “Devils Postpile Monument”, einer Lava-Gesteinsformation, die scheinbar durch plötzliche AbkÜhlung in sechseckige Säulen gesprungen ist, was der Oberfläche das Aussehen eines Überdimensionalen schwarzen Fließenbodens gibt. Auf dem Parkplatz fällt uns zum ersten mal die auf Halbmast hängende Nationalflagge auf und wir beschließen, auf der RÜckfahrt mal im Radio nach Infos zu suchen. Suchen brauchen wir allerdings nicht – auf allen Frequenzen läuft die CNN-Radiosendung “Attack on America”. Hier erfahren wir dann auch nach und nach, dass vier Flugzeuge von American Airlines gekidnapped und zwei direkt ins World Trade Center gesteuert wurden, eins ins Pentagon und eines bei Pittsburgh abgestÜrzt sein soll. Als wir in “Lone Pine”, einem kleinen Nest am Fuße des “Mount Whitney” in das BÜro des Rangers eintreten, ist Tower I schon eingestÜrzt. Im TV sehen wir hier die ersten Bilder und sich geschockt – so hatten wir uns das wirklich nicht vorgestellt.
Nichts desto trotz geht die Arbeit in der Rangerstation weiter und der Ranger stellt uns das Permit fÜr die Bergtour aus, sicherheitshalber fÜr 2 Tage – allerdings nur fÜr Paul und Thomas. Ich entscheide mich, einen Ruhetag einzulegen und verzichte auf die erneute Klettertour. Nach einem letzten Panoramafoto fahren wir weiter zum “Whitney Portal Campground”, auf dem wir unser Lager aufschlagen.
Wir fahren zum “Yosemite National Park” und genießen zunächst einmal die Aussicht vom “Glacier Point” auf den “Half Dome”, das Wahrzeichen des Parks und weltweit bekannte Kletterwand. Nicht minder anspruchsvoll ist auch der “El Capitan” (2307m), den wir aber nur von unten bestaunen. Auf dem Einbahnstraßen-Rundkurs nehmen wir noch den Wasserfall mit, der aber zu dieser Jahreszeit schon nicht mehr so eindrucksvoll ist. Unsere Route fÜhrt uns aus dem Yosemite hinaus in Richtung “Hot Greeks”, heißen Quellen mitten in der WÜste sÜdlich der “Mammouth Lakes”.
Das Gebiet rund um die Quellen ist allerdings eingezäunt und wird bei Sonnenuntergang abgeschlossen, weshalb wir uns entscheiden, etwas außerhalb in einen Seitenweg einzubiegen und dort in der WÜste unsere Zelte aufzuschlagen. FrÜh am Morgen fährt wieder ein Pickup an unserem Lager vorbei… nich mal in der WÜste hat man seine Ruhe…