Monatsarchiv für September 2001

28. Tag

Am frÜhen Morgen brechen wir auf zum Budget Office, wo wir unsere Sachen ausladen und den Wagen grob säubern, bevor wir mit Sack und Pack in den Shuttle-Bus zum Airport steigen. Der RÜckflug gestaltet sich relativ reibungslos, trotz der angeblich verschärften Sicherheitsvorkehrungen fÜhrt Paul versehentlich ein Klappmesser und eins mit stehender Klinge im Handgepäck mit sich, was niemanden stört. Auch die leeren PatronenhÜlsen, die ich an einer unserer nächtlichen Lagerstätten in der WÜste aufgesammelt habe, werden nicht beanstandet. Soviel zum Thema: Höchste Sicherheisstufe.

27. Tag

Die Nacht war kurz und wir wachen frÜh von vorbeifahrenden Schulbussen auf. Am Abend stellen wir Übrigens noch fest, das der Stylus (der Stift fÜr den Touch Screen) bei Thomas’ Cassiopeia fehlt. Da wir fÜr den Tag noch nichts geplant haben, fahren wir noch einmal zurÜck zum Shopping Mall. Der Verkäufer zeigt sich auch gleich einsichtig und sucht alle Schubladen seines Geschäftes ab – ohne Erfolg. Ein anderes Modell passt auch nicht und so bekommt Thomas noch einmal Rabatt. Hat sich die Sache schon gelohnt.

Wir besichtigen noch die wohl modernste und protzigste Kirche, die mir je untergekommen ist (s. Bild links) und rennen den ganzen Nachmittag durch China Town – eine Stadt aus 1000 Ramschläden, die alle den selben billigen Plunder anbieten. Das Essen ist aber durchaus lecker. Die Hygienebehörde vergibt Übrigens Noten an die Restaurants, welche die dann sichtbar aushängen mÜssen. Ein “C” sollte man meiden.
Beim morgendlichen FrÜhstÜck bei “Jack in the Box” fällt uns zufällig ein Prospekt eines Computer Discounters in die Hände, welches uns keine Ruhe lässt – also machen wir uns noch einmal auf zum Shoppen. Im Paradies angekommen, können wir uns gar nicht entscheiden, wo wir zuerst zuschlagen sollen. Jedoch siegt letztendlich wieder die Vernunft und Thomas und ich geben uns mit unserem PDA zufrieden. Paul legt sich einen MP3-Player zu.

Hollywood: 26. Tag

Den Vormittag nutzen wir zur ausgiebigen Besichtigung Hollywoods. Wir fahren den “Sunset Boulevard” entlang, bis zum “Hollywood Boulevard” (?), auf dem sich alle Showbiz-Größen der Stadt verewigt haben.

Im Theaterinnenhof gibt es neben den bekannten Sternen des Boulevard auch noch große Betontafeln im Boden, die der Creme de la Creme Hollywoods vorbehalten ist.

Der restliche Tag geht größtenteils fÜr die Fahrt zum größten (?) Shopping Mall der USA drauf. SÜdlich von Los Angeles in Costa Mesa befindet sich ein riesiges Areal von Läden, South Coast Plaza – DIE Einkaufsmeile vor dem Herrn. Objekt meiner (und Thomas’) Begierde ist ein Handspring oder Palm. Nachdem wir in den größten Elektronikmärkten nicht fÜndig werden, stoßen wir letztendlich auf einen Laden, der ausschließlich hochwertige und innovative Elektronik vertreibt. Die haben zwar keine Handsprings, dafÜr aber recht preiswerte WindowsCE-PDAs. Nach kurzer Beratung schlagen wir zu und leisten uns einen Cassiopeia EM-500. Thomas bekommt sogar noch ordentlich Rabatt, weil er das VorfÜhrmodell nimmt. GlÜcklich Über unser Schnäppchen kehren wir zum Auto zurÜck und beschließen, im “[...] National Forrest” zu Übernachten, was dort kostenlos ist. Nach stundenlanger Irrfahrt stehen wir letztendlich vor dem verschlossenen Tor – Pech gehabt. Also fahren wir zurÜck zur Landstraße und stellen unser Auto in einer Seitenbucht ab. Paul und Thomas legen sich neben das Auto auf die Iso-Matte, ich lege mich ins Auto. Lange währt unsere Ruhe nicht, denn vor uns bremsen zwei Autos im Schotter und ein paar Jugendliche springen raus. Nachdem sie sich 1000 mal erkundigt haben, ob alles okay sei, rufen sie noch was von “Freaks” und dÜsen mit quietschenden Reifen wieder ab. Eine Stunde später kommen wieder ein paar Typen, die sich anscheinend fÜr unseren Explorer interessieren. Als ich mich bemerkbar mache, hauen sie aber so schnell wieder ab, wie sie gekommen waren. Unser nächster Besuch lässt nicht lange auf sich warten: ein Jeep fährt vorbei, bremst, stößt zurÜck und stellt sich mit voller Festtagsbeleuchtung hinter uns. Gerade, als ich genervt aus dem Wagen steigen will, fallen mir im RÜckspiegel die Umleuchten auf dem Dach auf – Schei…. – die Sheriffs! Also schnell die Schuhe an und vorsichtig die BeifahrertÜr auf. Da standen sie auch schon: der eine mit der Maglite und der Andere sichernd mit der Hand an der Waffe. Sooo… wollten sie also wissen, was wir hier machen. Ich also erklärt, dass wir in den National Forrest wollten und da abgeschlossen war und wir nicht wissen, wo wir pennen sollen. Haben sie zusammen Überlegt, wo wir denn hin könnten – fiel ihnen aber auch nichts ein. Nachdem sie dann Wagenpapiere und Personalien ÜberprÜft hatten, wachen auch Paul und Thomas auf, die immer noch neben dem Wagen liegen. Ratlosigkeit stellt sich ein, bis sie dann meinen, wenn wir hier schlafen könnten, hätten sie nix dagegen, steigen wieder ins Auto und fahren weiter. Schwein gehabt, doch kein Knast wegen Vagabundierens.

Gegen 02:00 Uhr kommen unsere Freunde mit den zwei Autos wieder und drehen noch ein paar Runden vor unserem Wagen, bis sie endlich abhauen.

Malibu Beach (LA): 25. Tag

Heute wollen wir unbedingt noch “Bay Watch” besichtigen, genau… es zieht uns nach “Malibu Beach” im Nordwesten Los Angeles’. Allerdings ist das gar nicht so einfach zu finden, die Amerikaner machen keinen Hype um Malibu. Der Strand ist zu dieser Jahreszeit fast leer und man hat seine Ruhe – auch nicht schlecht. FÜr die Nacht quartieren wir uns auf der anderen Seite der Strasse im bewaldeten Campingplatz ein.

Mission Beach (SD): 24. Tag

Mission Beach entwickelt sich langsam, aber sicher zu unserem Lieblingsstrand. Am heutigen Dienstag bleiben wir den ganzen Tag am Meer.

San Diego-Solana Beach: 23. Tag

Wir fahren wieder hinein nach San Diego, zu “Bob’s Mission Surf”, wo sich Paul und Thomas Surfbretter und NeophrenaunzÜge ausleihen, Kostenpunkt: $20 pro Nase.

Nachdem wir die riesen Bretter im Auto verstaut haben, geht es zurÜck nach “Solana Beach”, wo sich die beiden bis 4:30 p.m. austoben. Der Erfolg ist allerdings mäßig, jede Sekunde auf dem Brett stehend, wird gefeiert. Nachdem wir die Bretter wieder zurÜckgebracht haben, legen wir uns noch an den Strand und spielen bis zum Sonnenuntergang Skat.

San Diego-Mission Beach-L.A.: 22. Tag

Am heutigen Tag machen wir einen Abstecher in die Down Town von . Nachdem wir uns die Innenstadt angesehen haben, essen wir uns beim Chinesen ordentlich satt (boah, satt ohne Ende!!!).

Davon mÜssen wir uns den restlichen Tag am Strand erholen (“Mission Beach”). Jedoch hält Thomas das Nichtstun nicht lange aus und schließt sich 7 Amis an, die im Sand Football spielen. Das geht so eine ganze Weile und als Thomas endlich die Spielregeln verstanden hat, wird das Spiel auch schon abgebrochen. Dumm gelaufen – hat sich wohl einer die Nase gebrochen. Aber lustig anzusehen war’s allemal. Wir gehen noch ein wenig an der Strandpromenade shoppen und fahren dann zurÜck zum Campingplatz.

Tjiuana(Mexico)-San Diego Beach-L.A.: 21. Tag

Alle Versuche, unseren Standplatz zu verlängern, scheitern – alles ausgebucht. Also versuchen wir es wieder beim nahegelegenen “South Carlsbad State Beach Campground”, der erstaunlicherweise wieder freie Stellplätze hat. Nachdem wir unser Zelt wieder aufgebaut haben (bekomme langsam Routine), fahren wir auf der “5″ nach San Diego, wo wir kurz vor der Mexikanischen Grenze unser Auto abstellen. Ja, wir planen einen Ausflug nach Mexiko – genauer gesagt in die Grenzstadt Tjiuana.

Hinein kommt man problemlos – niemand will einen Ausweis sehen und die Grenzer sitzen gelangweilt mit der umgehängten Uzi am Wachlokal in der Sonne und unterhalten sich. Zwei Stunden kämpfen wir uns durch die Gassen der Stadt, jeden Meter wird man angesprochen, ob man nicht “echte” Oaklays, LedergÜrtel, Stiefel oder sonstigen MÜll kaufen möchte. Sogar Bazookas wurden uns angeboten, einer wollte uns seine Schwester verkaufen, na ja… das Übliche halt. Jeder will dich in seinen Laden locken. Das Hardrock Cafe besichtige ich auch noch schnell, bevor wir uns wieder Richtung Grenze aufmachen. Eigentlich wollten wir uns noch ein paar echte mexikanische Taccos reinziehen, was wir dann aber nach Begutachtung der hygienischen Verhältnisse doch lieber sein lassen.

Hungrigerweise stehen wir dann noch an einer riesen Menschenschlage, die Einlass in die USA, das gelobte Land begehrt. Die mexikanische Familie vor uns am Schalter wird genaustens gecheckt, die Kinder werden noch mal gefragt, ob das auch wirklich Mama und Papa sind, die sie da begleiten. Der Ami vor uns wird nur schlichtweg gefragt: “US-American?” und kann durch, ohne seine Papiere gezeigt zu haben. Unsere Pässe werden auch nur kurz aufgeklappt und wir sind wieder in den Vereinigten Staaten. In San Diego gehen wir mal kurz fremd und bestellen uns bei McDonalds das 99 Cent-BigMac-Special. Anschließend fahren wir Über die beeindruckende “Glorietta Bay Bridge” zum einladenden “Silber Strand”, der zwar sonnig, aber windig und kalt ist.
Über die KÜstenstrasse fahren wir zurÜck auf die “5″, die uns heim zum Zeltplatz bringt.

Joshua Tree N.P.-San Elijo State Beach C.G, L.A.: 20. Tag

Nachdem wir den “Joshua Tree National Park” hinter uns gelassen haben (Übrigens nicht sehr beeindruckt, nur WÜste mit großen Steinanhäufungen und – eben: Joshua Trees), fÜhrt uns unser Weg in Richtung OstkÜste, zurÜck nach L.A. – genauer Richtung “Oceanside”. Unterwegs decken wir uns bei AAA, dem Pendant zum ADAC mit Karten ein und lassen sogar einen kostenlosen, provisorischen ZweitschlÜssel fÜr den Wagen anfertigen.

Am Strand ist es allerdings bewölkt und wir fahren weiter sÜdlich zum “South Carlsbad State Beach Campground”, der jedoch hoffnungslos ausgebucht ist – es ist halt Wochenende. Also auf zum nächsten, dem “San Elijo State Beach Campground”, welcher glÜcklicherweise noch einen Platz frei hat. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben, besichtigten wir erst einmal den Strand und ringen uns durch, ins kalte Wasser zu steigen. Den Abend runden wir mit einem Spaziergang durch den Stadtteil “Cardiff” ab, bevor wir uns ins windgeschÜtze Zelt begeben und mit dem Meerrauschen einschlafen.

Grand Canyon N.P.-Joshua Tree N.P.: 19. Tag

Was folgt, ist eine Irrfahrt durch den schlecht ausgeschilderten National Park am folgenden Morgen. Wir begutachten noch alle Aussichtspunkte, die man mit dem Auto anfahren kann und klappern auch die restlichen mit dem Shuttle-Bus ab – irgendwann sieht jedes Tal gleich aus. Wir bemerken die ersten “Abstumpfungserscheinungen”. Es ist bereits 17:00 Uhr und eine Wanderung in den Canyon haben wir doch nicht gewagt – die kleinste Tour sollte 3 Stunden dauern.

Also fahren wir (mäßig beeindruckt) weiter Richtung “Joshua Tree N.P.”, der allerdings 250 Meilen (ca. 400 Kilometer) entfernt ist. Nach straffer, zÜgiger Fahrt erreichen wir den National Park gegen 22:30 Uhr. Allerdings ist der Eingang bei Dunkelheit schwer zu entdecken und wir brauchen einige Anläufe, bevor wir auf dem “Jumb Rock Campground” eintreffen. Das Interesse am Zeltaufbauen ist mäßig und so hauen wir uns wieder auf die Picknick-Tische.